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Die besonderen Eigenschaften der STEWART Leinwände: Warum das Tuch über das Bild entscheidet

 
 

Leinwand-Technologie

Die besonderen Eigenschaften der STEWART Leinwände: Warum das Tuch über das Bild entscheidet

Eine Leinwand ist nicht einfach nur eine weiße Fläche vor dem Projektor. Sie ist das Bauteil, das das projizierte Licht am Ende tatsächlich zum Bild macht. Niemand schaut schließlich in das Objektiv eines Projektors. Was wir wahrnehmen, ist das Licht, das von der Leinwand zurück in den Raum und zu unseren Augen reflektiert wird.

Genau deshalb kann eine Leinwand Helligkeit, Schwarzwert, Kontrast, Farbtreue, Schärfe, Blickwinkel und sogar die Langzeitqualität eines Heimkinos entscheidend beeinflussen. STEWART zählt seit Jahrzehnten zu den großen Namen in diesem Bereich. Das Unternehmen baut seine Tücher selbst, entwickelt eigene Beschichtungen und bietet Lösungen vom Wohnzimmerkino bis zur riesigen professionellen Projektionsfläche.

STEWART Filmscreen Leinwandtücher FireHawk & GreyHawk Mikroperforation Custom-Leinwände
Video-Vorschaubild: Die besonderen Eigenschaften der STEWART Leinwände

Firmengeschichte

STEWART: Leinwandtechnik aus Hollywood

STEWART sitzt in Torrance bei Los Angeles und wurde 1947 gegründet. Die ursprüngliche Aufgabe war, hochwertige Rückprojektionsflächen für Hollywood-Produktionen zu entwickeln. Gerade bei den alten Filmszenen, in denen Personen scheinbar im Auto sitzen und die Landschaft hinter ihnen vorbeizieht, gab es ein typisches Problem: störende Lichthöfe um die Köpfe der Schauspieler. STEWART entwickelte Rückprojektionsmaterialien, die diese Halos deutlich reduzierten.

Aus dieser Entwicklung entstand über viele Jahrzehnte ein enormes Wissen über Reflexion, Diffusion, Beschichtungen und Bilddarstellung. Bis heute produziert STEWART seine Tücher selbst in den USA und entwickelt die Materialien im eigenen Haus.

Es gibt dabei zwei Fertigungsstandorte:

Los Angeles, Kalifornien

Herstellung der individuell konfigurierbaren Custom-Serie.

Cincinnati, Ohio

Produktion der Cima-Serie mit festen Modellen und Größen.

Die Cima-Serie richtet sich an Installationen, bei denen Standardformate und fest definierte Größen ausreichen. Die Custom-Serie geht deutlich weiter: Maße, Vorlauf, Rahmen, Maskierung, Tuch und Sonderformen lassen sich sehr genau auf die jeweilige Raumsituation abstimmen.

Produktion

Warum STEWART-Tücher anders produziert werden

Der entscheidende Punkt liegt in der Herstellung des Leinwandmaterials. Bei vielen herkömmlichen Tüchern wird Kunststoff eingeschmolzen und anschließend über Walzen mechanisch auseinandergezogen. Das Material steht dadurch unter Spannung und neigt später dazu, wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehren zu wollen. Die bekannten Folgen können seitliche Wellen, hochgezogene Ohren oder Falten sein.

Bei STEWART beginnt die Produktion mit einem sehr feinen Kunststoffgranulat, das mit verschiedenen chemischen Bestandteilen zu einem flüssigen Vinyl verarbeitet wird. Dieses Material wird in einer großen Produktionshalle von Robotern Schicht für Schicht an die Hallendecke gesprüht.

Je nach gewünschtem Tuch kommen dabei verschiedene Bestandteile in die Schichten, etwa eine lichtundurchlässige Blockerschicht oder das optische Coating für bestimmte Reflexionseigenschaften. Nach etwa einer Woche kann das ausgehärtete Material von der Decke abgezogen werden. Danach folgt noch eine mehrwöchige Nachbehandlung in einer Klimakammer bei hoher Temperatur.

Erst nach diesem Prozess ist das Material bereit, um zu einer Leinwand verarbeitet zu werden. Allein die Tuchproduktion benötigt mehrere Wochen. Das erklärt, warum individualisierte Leinwände nicht einfach aus einem Lagerregal kommen können.

Die Vorteile der spannungsarmen Fertigung

Das Material wird bei der Herstellung nicht mechanisch stark gestreckt.

Das Tuch bleibt geschmeidig und lässt sich leichter dauerhaft plan halten.

Seitliche Seilspannungen müssen nicht unnötig aggressiv arbeiten.

Beschichtungen können direkt in die Materialstruktur integriert werden.

Die Haltbarkeit ist auch bei motorisierten Rolloleinwänden über viele Jahre ausgelegt.

Gerade bei einer elektrischen Leinwand ist das wichtig. Ein Tuch wird immer wieder aufgerollt, abgerollt und mechanisch beansprucht. Wenn das Material stabil bleibt, nicht brüchig wird und keine bleibenden Druckstellen entwickelt, ist das nicht nur nett, sondern ein echter Qualitätsfaktor.

Mechanik

Planlage, Seilspannung und große Wickelwellen

Bei einer Rolloleinwand sorgt die seitliche Seilspannung in erster Linie dafür, dass sich die Leinwand nicht an den Seiten hochzieht. Sie ist kein Marketinggag, sondern hat eine klare Aufgabe. Allerdings muss sie zum bestellten Vorlauf und zur tatsächlichen Nutzung passen.

Wer beispielsweise eine elektrische Leinwand mit einem Meter schwarzem Vorlauf bestellt, später aber nur noch 30 Zentimeter davon ausfährt, verändert die Belastung des Tuchs. In solchen Fällen kann eine falsch eingestellte Seilspannung langfristig problematisch werden. Deshalb wird sie bei STEWART bereits passend zur Konfiguration eingestellt und kann bei Bedarf nachjustiert werden.

Ein weiterer kritischer Bereich ist die Wickelwelle. Wird ein Leinwandtuch auf einen zu kleinen Tubus gerollt, konzentriert sich Druck auf eine kleine Fläche. Mit der Zeit können dadurch horizontale Druckspuren entstehen. Diese werden häufig als Leiterlinien bezeichnet.

STEWART setzt deshalb auf größere Wickelwellendurchmesser. Das Eigengewicht des aufgerollten Tuchs verteilt sich auf eine größere Fläche, wodurch das Risiko solcher Druckstellen deutlich reduziert wird.

Qualitätssicherung

Maßanfertigung, Qualitätssicherung und Rescreening

Jede gefertigte Leinwand erhält eine Seriennummer und ein umfassendes Produktionsprotokoll. Darin werden unter anderem Tuchmuster, Maße, Positionen von Befestigungspunkten und weitere Details archiviert.

Das ist besonders interessant, wenn nach Jahren nicht die komplette Leinwand ersetzt werden soll. Bei einer Rahmenleinwand oder einer motorisierten Lösung kann ein neues Tuch als Rescreen bestellt werden. Mit Seriennummer oder Foto des Typenschilds lässt sich nachvollziehen, welches Material und welche Maße ursprünglich verwendet wurden.

Bei großen Custom-Lösungen werden Rahmen, Maskierungen und technische Komponenten bereits im Werk vorbereitet und justiert. Vor Ort müssen die Bauteile dann nur noch zusammengesetzt und fachgerecht montiert werden. Gerade bei komplexen Rahmenleinwänden mit elektrischer Maskierung gehört die Installation in erfahrene Hände.

Raumplanung

Eine Leinwand muss zum Raum passen

Die wichtigste Frage lautet nicht: „Welches Tuch ist das beste?“ Die richtige Frage lautet: Welches Tuch ist für diesen Raum, diesen Projektor und diese Sitzposition das beste?

Für die Auswahl müssen mehrere Punkte zusammen betrachtet werden:

Wie hell oder dunkel ist der Raum?

Gibt es weiße Wände, eine helle Decke oder helle Möbel?

Wie viel Streulicht entsteht durch Reflexionen im Raum?

Wie weit steht der Projektor von der Leinwand entfernt?

Wie groß soll das Bild werden?

Welches Bildformat wird genutzt?

Wie breit ist die Sitzgruppe?

Sollen Lautsprecher hinter der Leinwand stehen?

Ist eine Maskierung gewünscht?

Ein dediziertes Heimkino mit schwarzer Decke, dunklen Wänden und kontrolliertem Licht stellt völlig andere Anforderungen als ein Wohnzimmer mit hellen Oberflächen. Genau deshalb führt eine pauschale Empfehlung oft nicht zum besten Bild.

Diese Eigenschaften beeinflusst das Leinwandtuch

Helligkeit: Wie viel Licht kommt zum Sitzplatz zurück?

Kontrast: Wie deutlich bleiben dunkle und helle Bildbereiche voneinander getrennt?

Ausleuchtung: Bleibt das Bild über die gesamte Fläche gleichmäßig hell?

Hotspotting: Wird die Bildmitte sichtbar heller als die Ränder?

Farbtreue: Bleiben Farben sauber und differenziert?

Schärfe und Auflösung: Kann das Tuch die Detailauflösung sauber darstellen?

Blickwinkel: Wie weit seitlich kann man sitzen, ohne Bildqualität zu verlieren?

STEWART nennt für seine Materialien eine Eignung bis 16K. Das ist heute mehr Reserve, als die meisten Heimkino-Installationen brauchen. Entscheidend ist aber nicht nur die theoretische Auflösung. Ein Tuch muss die Detailzeichnung auch unter realen Raum- und Lichtbedingungen erhalten.

Gain

Gain und Half-Gain: Helligkeit ist nicht alles

Der Gain-Wert beschreibt, wie stark eine Leinwand Licht im Vergleich zu einer ideal diffus reflektierenden Referenzfläche zurückwirft. Als Referenz dient Magnesiumcarbonat, das Licht aus unterschiedlichen Einfallswinkeln sehr gleichmäßig in alle Richtungen reflektiert.

Liegt eine Leinwand bei Gain 1,0, entspricht sie dieser Referenz. Ein Material mit Gain 1,3 reflektiert in der Messrichtung 30 Prozent mehr Licht. Das klingt zunächst immer besser, hat aber eine Kehrseite: Mit steigendem Gain wird der nutzbare Blickwinkel oft kleiner.

Folie mit Gain-Messung und Diagramm zum Blickwinkel
Mehr Gain kann das Bild heller machen, schränkt aber häufig den gleichmäßig nutzbaren Blickwinkel ein.

Hier kommt der Half-Gain-Winkel ins Spiel. Er beschreibt den Betrachtungswinkel, bei dem von der maximalen Helligkeit nur noch die Hälfte übrig bleibt. Für ein Heimkino mit mehreren Sitzplätzen ist das ein sehr wichtiger Wert. Denn niemand möchte, dass der beste Platz im Raum nur exakt in der Mitte liegt.

Beschichtung

Optical Coating: Das Geheimnis hinter Licht, Kontrast und Gleichmäßigkeit

Das optische Coating ist einer der wichtigsten Teile eines hochwertigen Projektionstuchs. Dabei geht es um die kontrollierte Mischung von Reflexions- und Diffusionspartikeln. Sie entscheidet darüber, wie Licht gelenkt, verteilt und zurückgeworfen wird.

Eine gute Beschichtung kann ein Bild heller und dynamischer erscheinen lassen, ohne den Schwarzwert künstlich aufzuhellen. Das funktioniert vereinfacht gesagt so: Die Beschichtung reagiert erst ab einer bestimmten Lichtmenge deutlich stärker. Dunkle Bildanteile bleiben dadurch dunkel, während helle Bildbereiche an Dynamik gewinnen.

Das Ergebnis ist nicht einfach „mehr Licht“, sondern ein Bild mit besserer Durchzeichnung und überzeugenderer Kontrastwirkung.

Streulicht

Streulicht ist der große Gegner im Wohnzimmer

Ein perfekter Kinoraum ist dunkel. Das hat einen einfachen Grund: Bei der Projektion ist Schwarz keine aktiv erzeugte Lichtfarbe, sondern die Abwesenheit von Licht. Kommt Streulicht in den Raum, legt es sich wie ein milchiger Schleier über das Bild. Schwarze Flächen werden grau, Farben verlieren an Kraft und feine HDR-Abstufungen gehen verloren.

Selbst wenn außen alles abgedunkelt ist, reflektieren eine weiße Decke, helle Wände, Fußboden und Möbel einen Teil des Projektorlichts zurück auf die Leinwand. Genau diese indirekten Reflexionen sind im Wohnzimmer oft das eigentliche Problem.

ALRV: Wie gut ein Tuch Streulicht unterdrückt

Der Ambient Light Reflectance Value, kurz ALRV, beschreibt, wie viel Streulicht wieder in Richtung Sitzplatz reflektiert wird. Je niedriger der Wert, desto besser kann ein Tuch mit reflektiertem Raumlicht umgehen.

Eine gewöhnliche weiße Leinwand reflektiert laut dieser Betrachtung etwa 90 bis 95 Prozent des auf sie treffenden Streulichts zurück. Ein besonders streulichtoptimiertes Material wie FireHawk kann deutlich darunter liegen. Der genannte Wert liegt bei etwa 26 Prozent.

Das heißt nicht, dass man bei offenem Fenster und direkter Sonne ein Fernseherbild erwarten darf. Es geht darum, die unvermeidlichen Reflexionen eines normalen Wohnraums zu reduzieren und damit sichtbar mehr Kontrast aus dem Projektor herauszuholen.

Folie mit Vergleichsbildern zur Kontraststeigerung durch Leinwandmaterial
Helle Raumoberflächen erzeugen Streulicht. Ein passendes graues Tuch kann den Kontrast sichtbar besser erhalten.

Materialauswahl

White, GreyHawk oder FireHawk: Welches Tuch für welchen Raum?

Bei STEWART stehen verschiedene Materialtypen zur Verfügung. Besonders wichtig ist die Wahl zwischen Weiß, mittelgrau und dunkelgrau. Dabei geht es nicht um Geschmack, sondern um Raumphysik.

Weiße Leinwand für den optimierten Kinoraum

Ein weißes Tuch gehört in einen sehr gut kontrollierten, dunklen Heimkinoraum. Wenn Decke, Wände und Boden wenig Licht zurückwerfen, kann eine weiße Leinwand ihre Vorteile ausspielen: hohe Neutralität, gute Helligkeit und eine sehr natürliche Bilddarstellung.

GreyHawk für mittlere Streulichtsituationen

GreyHawk ist ein mittelgraues Material und eignet sich für Räume, die nicht komplett schwarz optimiert sind. Es kann im Vergleich zu einer weißen Leinwand im Wohnraum eine deutlich bessere Kontrastwirkung ermöglichen und ist eine gute Wahl, wenn große seitliche Blickwinkel abgedeckt werden müssen.

FireHawk für typische Wohnzimmer

FireHawk ist für Räume gedacht, in denen helle Wände, helle Decken und indirektes Streulicht nicht zu vermeiden sind. Das Material reduziert den Einfluss dieser Reflexionen besonders stark und kann den Kontrast gegenüber einer weißen Leinwand erheblich verbessern.

FireHawk ist keine Zauberleinwand für ein hell durchflutetes Wohnzimmer am Mittag. Direkte Sonne und offene Rollläden ersetzen keine Leinwandbeschichtung. Wenn der Raum abgedunkelt wird, kann FireHawk jedoch gerade bei Restlicht und hellen Raumoberflächen deutlich mehr Bildqualität bewahren.

HDR & Ultra HD

Warum HDR, Ultra HD und große Farbräume gute Raumbedingungen brauchen

Mit Ultra HD, HDR und erweiterten Farbräumen wie DCI-P3 und BT.2020 steigen die Anforderungen an die gesamte Projektion. Mehr Pixel allein machen noch kein besseres Bild. Zuerst fallen Farben und Helligkeitsabstufungen auf, danach erst die reine Auflösung.

Folie mit Farbraumdreieck und leuchtendem Sonnenbild
Erweiterte Farbräume und HDR bringen nur dann sichtbar etwas, wenn Streulicht die feinen Bildabstufungen nicht überlagert.

Bei HDR stehen besonders viele zusätzliche Helligkeitsabstufungen im unteren Bereich zur Verfügung. Also genau dort, wo sich in einem hellen Raum das Streulicht über das Bild legt. Wenn diese dunklen Abstufungen durch Raumreflexionen angehoben werden, verschwinden Details, die UHD-HDR eigentlich sichtbar machen soll.

Deshalb gilt für hochwertige Projektion:

Den Raum so gut wie möglich abdunkeln.

Reflektierende Flächen im Sichtbereich reduzieren.

Bei Wohnraumsituationen ein graues, streulichtoptimiertes Tuch einplanen.

Projektor, Bildgröße und Leinwandmaterial gemeinsam auswählen.

Akustische Transparenz

Akustische Transparenz: Mikroperforation statt Gewebe

Wer die Frontlautsprecher hinter der Leinwand platzieren möchte, braucht ein schalldurchlässiges Material. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Ansätze: gewebte Tücher und mikroperforierte Tücher.

STEWART bietet beides an, empfiehlt für höchste Bildqualität aber die Mikroperforation. Das Tuch bleibt dabei eine glatte Projektionsfläche und wird mit extrem feinen Löchern versehen. Die Perforation erfolgt nicht mit Laser oder einem groben Verfahren, sondern mit diamantbestückten Nadeln. So entstehen präzise, saubere und gleichmäßige Öffnungen.

Die Löcher sind etwa 0,5 Millimeter klein. Ab ungefähr drei Metern Sitzabstand sind sie für die meisten Menschen nicht mehr sichtbar. Bei besonders scharfen Augen kann ein etwas größerer Abstand sinnvoll sein.

Warum ein glattes Mikroperf-Tuch schärfer wirkt

Ein gewebtes Tuch besteht aus vielen einzelnen Fasern. Diese Struktur kann Kreuzreflexionen verursachen. Das einfallende Licht wird nicht nur kontrolliert zurückgeworfen, sondern auch seitlich an den Fäden gestreut. Dadurch leidet die wahrgenommene Schärfe.

Eine mikroperforierte Fläche bleibt dagegen glatt. Das unterstützt gleichmäßige Reflexion, hohe Detailzeichnung und eine präzisere Fokussierung des Projektors. Gleichzeitig wird die Beschichtung bei STEWART für mikroperforierte Materialien so angepasst, dass der durch die Löcher entstehende Lichtverlust weitgehend kompensiert wird.

Nahaufnahme einer Folie mit Bildvergleich Mikroperforiert gegen Gewebt
Die glatte mikroperforierte Fläche bewahrt Schärfe und Bildruhe besser als eine sichtbar strukturierte Gewebefläche.

Bei einer akustisch transparenten Leinwand müssen allerdings auch Mindestabstände zwischen Lautsprechern und Tuch beachtet werden. Bild und Ton lassen sich nicht getrennt voneinander planen. Eine gute Installation berücksichtigt beides von Anfang an.

Großprojektion

Von der Heimkino-Leinwand bis zur Großprojektion

Die Produktvielfalt reicht weit über klassische Heimkino-Rahmenleinwände hinaus. STEWART baut unter anderem motorisierte Leinwände, deckenintegrierte Lösungen, Rahmenleinwände mit Maskierung, Rückprojektionsflächen, Designlösungen und großformatige Sonderanfertigungen.

Besonders beeindruckend sind nahtlose Bildflächen. STEWART kann Leinwände mit bis zu 27 Metern Breite und 12 Metern Höhe ohne Schweißnaht fertigen. Solche Lösungen finden sich nicht nur im Heimkino, sondern auch in Studios, Museen, Konferenzräumen, Freizeitparks, Forschungseinrichtungen und Automobilentwicklungen.

Auch Rückprojektionsflächen spielen weiterhin eine wichtige Rolle, etwa in Color-Grading-Studios, bei Präsentationssystemen oder in technischen Entwicklungsumgebungen.

Planung

Die Planung entscheidet über das Endergebnis

Bei einer Custom-Leinwand wird nicht einfach nur Breite mal Höhe bestellt. Zunächst wird die Installation geplant und gezeichnet. Maße, Projektorposition, Sitzabstände, Vorlauf, Maskierung, Rahmen, Tuchtyp und besondere Raumanforderungen werden festgelegt.

Die Planung wird vor der Produktion geprüft und freigegeben. Erst dann beginnt die Fertigung. Das ist sinnvoll, denn eine auf den Zentimeter individuell gebaute Leinwand soll nachher exakt in den Raum passen und nicht irgendwie gerade so.

Für die Praxis bedeutet das:

1. Raum und Projektorposition exakt erfassen.

2. Bildgröße und Bildformat festlegen.

3. Streulicht und Raumfarben realistisch bewerten.

4. Sitzpositionen und Blickwinkel berücksichtigen.

5. Entscheiden, ob akustische Transparenz und Maskierung notwendig sind.

6. Das passende Material auswählen.

7. Bei komplexen Lösungen eine fachgerechte Installation einplanen.

Fazit

Fazit: Leinwand ist nicht gleich Leinwand

Ein hochwertiger Projektor kann sein Potenzial nur zeigen, wenn das Licht auf eine passende Fläche trifft. Gerade im Heimkino wird die Leinwand oft unterschätzt, obwohl sie letztlich Kontrast, Helligkeit, Farben, Schärfe und Bildruhe maßgeblich bestimmt.

Die richtige Wahl hängt nicht allein vom Preis oder vom Namen eines Tuchs ab. Sie hängt vom Raum ab. Ein dunkles, optimiertes Heimkino profitiert von anderen Materialien als ein Wohnzimmer mit weißen Decken und hellen Wänden. Wer diese Unterschiede berücksichtigt, kann aus derselben Projektion sichtbar mehr herausholen.

Der wichtigste Gedanke bleibt: Nicht irgendeine Leinwand kaufen, sondern eine Lösung planen, die zu Raum, Projektor, Sitzplätzen und gewünschter Bildqualität passt.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu STEWART Leinwänden

Was unterscheidet die Cima-Serie von der Custom-Serie?

Die Cima-Serie wird im Werk in Cincinnati, Ohio gefertigt und bietet feste Modelle und Standardgrößen. Die Custom-Serie entsteht in Los Angeles und lässt sich individuell auf Maße, Vorlauf, Rahmen, Maskierung, Tuch und Sonderformen des jeweiligen Raums abstimmen.

Warum dauert die Fertigung einer Custom-Leinwand mehrere Wochen?

Das Tuchmaterial wird Schicht für Schicht an die Hallendecke gesprüht, benötigt etwa eine Woche zum Aushärten und durchläuft anschließend eine mehrwöchige Nachbehandlung in einer Klimakammer. Erst danach ist das Material bereit für die Weiterverarbeitung zur fertigen Leinwand.

Was ist der Gain-Wert einer Leinwand und wann ist ein hoher Gain sinnvoll?

Der Gain-Wert beschreibt die Lichtreflexion im Vergleich zu einer idealen diffusen Referenzfläche (Gain 1,0). Ein höherer Gain macht das Bild in Blickrichtung heller, verkleinert aber meist den nutzbaren Blickwinkel (Half-Gain-Winkel). Für Räume mit breiter Sitzgruppe ist daher nicht automatisch der höchste Gain-Wert die beste Wahl.

Was bedeutet der ALRV-Wert und warum ist er für helle Räume wichtig?

Der Ambient Light Reflectance Value (ALRV) gibt an, wie viel Streulicht ein Tuch zurück zum Sitzplatz reflektiert. Eine gewöhnliche weiße Leinwand liegt bei etwa 90 bis 95 Prozent, ein streulichtoptimiertes Material wie FireHawk bei rund 26 Prozent. Ein niedriger ALRV-Wert hilft besonders in Räumen mit hellen Wänden oder Decken, den Kontrast zu bewahren.

Welches Material eignet sich für mein Wohnzimmer mit heller Decke?

Für Räume mit hellen Wänden, heller Decke und unvermeidlichem Streulicht ist FireHawk die naheliegende Wahl, da es Reflexionen besonders stark reduziert. GreyHawk eignet sich für mittlere Streulichtsituationen und breite Sitzgruppen, während eine weiße Leinwand einem gut kontrollierten, dunklen Heimkinoraum vorbehalten bleibt.

Wie funktioniert eine akustisch transparente Leinwand und sieht man die Perforation?

STEWART setzt bevorzugt auf Mikroperforation mit diamantbestückten Nadeln statt auf gewebte Tücher, um Kreuzreflexionen und Schärfeverlust zu vermeiden. Die rund 0,5 Millimeter kleinen Löcher sind ab etwa drei Metern Sitzabstand für die meisten Menschen nicht mehr sichtbar.

Was ist ein Rescreen und wann brauche ich ihn?

Jede STEWART Leinwand erhält eine Seriennummer mit vollständigem Produktionsprotokoll. Soll nach Jahren nur das Tuch erneuert werden, kann anhand dieser Seriennummer oder eines Fotos des Typenschilds ein passendes Ersatztuch, ein sogenanntes Rescreen, bestellt werden, ohne Rahmen oder Mechanik austauschen zu müssen.

Wie groß können STEWART Leinwände maximal gefertigt werden?

STEWART kann nahtlose Bildflächen mit bis zu 27 Metern Breite und 12 Metern Höhe ohne Schweißnaht fertigen. Solche Großformate kommen neben Heimkinos auch in Studios, Museen, Konferenzräumen und Forschungseinrichtungen zum Einsatz.

Über den Autor

Patrick Schappert, Geschäftsführer und Mitgründer von GROBI.TV

Patrick Schappert

Geschäftsführer & Mitgründer von GROBI.TV

Patrick Schappert gründete GROBI.TV im Dezember 1999 gemeinsam mit seinem Bruder Dirk Schappert in Kaarst bei Düsseldorf. Seit mehr als 25 Jahren steht GROBI.TV für persönliche Beratung, praxisnahe Vorführungen und individuelle Lösungen rund um Heimkino, Beamer, Leinwände, Klang und intelligente Steuerung – dazu gehört auch die fundierte Beratung zu hochwertigen Leinwandlösungen wie STEWART.

Als Geschäftsführer leitet Patrick Schappert das Tagesgeschäft und ist vielen Heimkino-Interessierten aus den GROBI.TV-Videos auf YouTube bekannt. Dabei steht er nicht allein: Hinter GROBI.TV arbeitet in Kaarst ein kompetentes Team, das langjährige Praxiserfahrung, technisches Fachwissen und Begeisterung für individuelle AV-Lösungen gemeinsam in Beratung und Projektrealisierung einbringt.

Für sein unternehmerisches Wirken wurde Patrick Schappert 2022 von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Kaarst als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet.

Mehr als 25 Jahre Erfahrung – unterstützt durch ein fachkundiges GROBI.TV-Team für Beratung, Vorführung, Planung und individuelle Heimkino- sowie AV-Lösungen.

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