ExportStopp: Was das für unsere Kunden bedeutet. Der Irrsinn der EU Verpackungsverordnung.
Wichtige Mitteilung
Export-Stopp: Was das für unsere Kunden bedeutet und warum die EU-Verpackungsverordnung uns dazu zwingt
Nach 26 Jahren ziehen wir eine Konsequenz, die uns wirklich nicht leichtfällt: Ab dem 10. August 2026 liefern wir keine Waren mehr ins Ausland. Bestellungen gehen dann ausschließlich an Lieferadressen in Deutschland.
Das betrifft Kunden in Österreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Skandinavien, Polen und allen weiteren Ländern außerhalb Deutschlands. Es ist keine Entscheidung gegen unsere Kunden. Im Gegenteil: Gerade weil viele uns über Jahre begleitet, bei uns bestellt oder sogar die Reise nach Kaarst auf sich genommen haben, ist dieser Schritt bitter.
Auf einen Blick
Key Takeaways
Ab dem 10. August 2026 liefert GROBI.TV ausschließlich an deutsche Lieferadressen.
Der Export-Stopp folgt aus finanziellen, administrativen und juristischen Risiken der Verpackungsvorgaben.
Für jedes Zielland werden Beauftragte, Dokumentation und laufende Prüfpflichten erforderlich.
Der Wegfall des Auslandsgeschäfts kostet einen erheblichen sechsstelligen Jahresumsatz.
Über GROBI.TV
Wir sind ein Fachhändler mit internationaler Reichweite
GROBI.TV steht seit 26 Jahren für Unterhaltungselektronik mit Beratung, Vorführung und Praxisbezug. Unser Schwerpunkt liegt auf Projektoren, Leinwänden, Lautsprechern, unsichtbaren Lautsprechern und kompletten Heimkino-Lösungen.
Wir betreiben einen 500 Quadratmeter großen Showroom in Kaarst bei Düsseldorf, haben ein umfangreiches Lager und einen gewachsenen Onlineshop. Als Hybrid-Händler können wir einen großen Teil unseres Sortiments kurzfristig liefern, nach eigener Erfahrung rund 95 Prozent innerhalb von 24 Stunden.
Über unseren YouTube-Kanal haben wir über viele Jahre Menschen weit über Deutschland hinaus erreicht. Produkterklärungen, Interviews mit Herstellern und praktische Vorführungen haben Kunden aus ganz Europa zu uns gebracht. Besonders stark waren dabei Österreich, die Benelux-Länder und Frankreich. In die Schweiz haben wir wegen des Verwaltungsaufwands schon bisher nicht geliefert, weil bei Garantie, Rücksendung und Zoll die Komplexität schlicht zu groß war.
Nun trifft es leider alle übrigen Auslandsmärkte.
Der Auslöser
Der Grund für den Export-Stopp: Verpackungen werden zum Bürokratie-Risiko
Der Auslöser ist die europäische Verpackungsverordnung und ihre nationale Umsetzung. Der grundsätzliche Gedanke, Verpackungsströme sinnvoll zu steuern und Verpackungsmüll zu reduzieren, ist nachvollziehbar. Nur die praktische Umsetzung trifft kleine und mittlere Händler mit voller Wucht.
Es geht nicht um einen einzelnen Karton. Es geht um jede Verpackung, die mit einer Lieferung in Verbindung steht: Produktkartons, Versandkartons, Füllmaterial und im Zweifel sogar ein Briefumschlag, in dem eine CD verschickt wird.
Für grenzüberschreitende Lieferungen entstehen Anforderungen, die wir als mittelständischer Fachhändler nicht mit vertretbarem Aufwand und Risiko erfüllen können. Dazu gehören unter anderem:
- die Prüfung und Dokumentation von Verpackungen und Verpackungsströmen,
- die Abstimmung mit Lieferanten über deren Verpackungspflichten,
- länderspezifische Vorgaben, die unterschiedlich umgesetzt werden können,
- gegebenenfalls Bevollmächtigte oder verantwortliche Vertreter im jeweiligen Zielland,
- laufende Unterlagen und Meldungen für Verpackungen.
Die Verpackungsvorgaben bestehen aus umfangreichen europäischen und nationalen Regelwerken.
Das ist genau das Problem: Regeln werden beschlossen, während die praktische Anwendung offenbar noch in Bewegung ist. Länder setzen Vorgaben unterschiedlich um, Details bleiben offen und Händler sollen trotzdem rechtzeitig rechtssicher handeln. Wer dabei etwas übersieht, trägt das Risiko selbst.
HIER ist eine Zusammenfassung unserer Aufgaben und Nachweispflichten:
Verwaltungsaufwand
Warum wir nicht einfach pro Land einen Beauftragten einsetzen
Natürlich könnte man sagen: Dann bezahlt eben einen Beauftragten in jedem Land. Genau hier beginnt die Rechnung aber erst.
Allein die Beauftragung kann mindestens 300 Euro pro Land und Jahr kosten. Hinzu kommen Dokumentationspflichten, Abstimmungen mit Lieferanten und die permanente Frage, ob alle Verpackungen korrekt erfasst wurden. Wer in mehrere Länder liefert, baut damit einen Verwaltungsapparat auf, der zum eigentlichen Handelsgeschäft in keinem Verhältnis mehr steht.
Wir verkaufen Heimkino- und HiFi-Technik. Wir möchten beraten, Vorführungen machen, Projekte planen, Geräte versenden und im Servicefall helfen. Wir können nicht für jede einzelne Lieferung durch Europa einen juristischen und administrativen Parcours aufbauen, bei dem am Ende trotzdem das Risiko bleibt, etwas falsch gemacht zu haben.
Besonders absurd wird es dort, wo die bloße Handlung des Händlers eine neue Verantwortung auslösen kann. Ein Beispiel: Ein Produkt kommt fertig verpackt vom Lieferanten. Wir öffnen es nicht, verändern es nicht und legen auch keine zusätzliche Umverpackung darum. Bringen wir für den Versand nur einen Adressaufkleber an, kann das nach deutscher Auslegung bereits dazu führen, dass wir als Erzeuger der Verpackung gelten.
Die EU sieht diese Auslegung nach unserer Kenntnis anders. Doch wenn nationale Stellen die strengere Sicht anwenden, hilft die theoretische Einordnung wenig. Am Ende muss der Händler entscheiden, ob er sich diesem Risiko aussetzt.
Reale Risiken
Abmahnungen und Strafen sind keine theoretische Gefahr
Der wichtigste Punkt ist nicht einmal der einzelne Betrag für einen Beauftragten. Es ist das Gesamtrisiko. Bei komplexen Vorgaben reicht ein übersehener Fehler, eine fehlende Nummer oder eine falsche Einordnung, und plötzlich stehen Abmahnungen oder Sanktionen im Raum.
Wir kennen diese Verhältnismäßigkeit leider aus eigener Erfahrung. Anfang des Jahres mussten wir 12.000 Euro Strafe wegen einer fehlenden WEEE-Nummer bezahlen. Wenn auf den betroffenen Produkten vielleicht 6.000 Euro Marge liegen, sieht man sofort, wie schnell eine formale Pflicht ein wirtschaftlich sinnvolles Geschäft zerstören kann.
Genau deshalb ziehen wir jetzt die rote Linie. Nicht, weil wir keine Lust auf Regeln haben, sondern weil wir nicht bereit sind, mit jedem Paket ein unkalkulierbares juristisches Risiko zu verschicken.
Auswirkungen
Die Folgen: Weniger Auswahl, weniger Export, weniger Umsatz
Der Export-Stopp bedeutet für uns den Verzicht auf eine erhebliche sechsstellige Umsatzsumme. Das ist kein kleiner Posten und keine symbolische Entscheidung. Das ist reales Geschäft, das wegfällt, ebenso wie Gewerbesteuer und Wertschöpfung vor Ort.
Schlimmer noch: Diese Entwicklung trifft nicht nur uns. Sie trifft Fachhändler, kleinere Onlineshops, Hersteller und Betriebe, die keine großen Rechtsabteilungen und internationalen Compliance-Teams beschäftigen können.
Die großen Strukturen können sich Spezialisten, externe Dienstleister und eigene Abteilungen leisten. Der kleine und mittlere Unternehmer muss dagegen entscheiden, ob er seine Zeit in Kunden, Produkte und Mitarbeiter steckt oder in immer neue Pflichten, Formulare und Gebühren.
Wenn das so weitergeht, wird der europäische Handel nicht nachhaltiger oder stärker. Er wird konzentrierter. Übrig bleiben die Unternehmen, die einen riesigen Verwaltungsapparat finanzieren können. Für spezialisierte Fachhändler wird der grenzüberschreitende Verkauf dagegen immer schwieriger.
Einordnung
Weniger Bürokratie darf nicht nur ein Versprechen bleiben
Über Bürokratieabbau wird viel gesprochen. In der Realität erleben Unternehmer häufig das Gegenteil. Dann wird als Entlastung präsentiert, dass etwa zusätzliche Prüfungen für Wasserkocher oder Ladekabel im Betrieb wegfallen, während gleichzeitig neue weitreichende Anforderungen für Verpackungen und den EU-Handel entstehen.
Das passt für uns nicht zusammen. Wer wirklich Wachstum, Investitionen und Arbeitsplätze will, muss die Praxis kleiner und mittlerer Unternehmen ernst nehmen. Es reicht nicht, neue Regeln mit Schulungen zu begleiten, die wieder Geld kosten. Entscheidend ist, dass Vorschriften nachvollziehbar, verhältnismäßig und rechtssicher umsetzbar sind.
Das Thema ist größer als ein einzelner Fachhändler in Kaarst. Deshalb muss es öffentlich werden. Unternehmer, Verbände und lokale Vertreter müssen klar benennen, welche Folgen solche Regelungen im Tagesgeschäft haben. Reden allein bringt nichts. Am Ende zählen Ergebnisse.
Zur Einordnung der staatlich genannten Entlastungsmaßnahmen gibt es die offizielle Mitteilung der Bundesregierung zum Bürokratieabbau. Einen weitergehenden Blick auf Bürokratiekosten bietet das Gutachten des Sachverständigenrats zur Bürokratie.
Für unsere Kunden
Was sich für Kunden konkret ändert
Die Regelung ist eindeutig:
- Ab dem 10. August 2026 versenden wir nur noch an Lieferanschriften in Deutschland.
- Lieferungen in andere europäische Länder und weitere Auslandsmärkte werden eingestellt.
- Beratung, Produktvorführungen und unser Angebot in Kaarst bleiben selbstverständlich bestehen.
- Für Kunden außerhalb Deutschlands ist eine persönliche Abholung in Deutschland weiterhin eine mögliche Option, sofern sie individuell organisiert wird.
Wir wissen, dass diese Entscheidung besonders für langjährige Kunden im Ausland enttäuschend ist. Uns geht es damit nicht anders. Gerade bei beratungsintensiver Technik lebt unser Geschäft von Vertrauen, direktem Kontakt und der gemeinsamen Leidenschaft für gutes Bild und guten Klang.
Trotzdem für Sie da
Heimkino lieber erleben als sich über Bürokratie ärgern
Bei allem Frust bleibt unser Fokus klar: Wir kümmern uns weiter um Heimkino, HiFi, LaserTV und individuelle Lösungen für Zuhause. Wer Technik nicht nur auf einem Datenblatt vergleichen möchte, kann Projektoren, Leinwände, Lautsprecher und Zubehör bei uns in Kaarst in Ruhe erleben.
Unser Showroom bietet Lösungen vom bezahlbaren Projektor bis zum High-End-Heimkino. Dazu gehören Vorführräume, Lautsprechervergleiche, individuelle Planung und als besonderes Highlight das GROBI-Kino.
Im GROBI-Kino wird Technik nicht nur erklärt, sondern unter realen Bedingungen erlebbar.
Besuche sind grundsätzlich nach Terminvereinbarung möglich. Zusätzlich ist der Showroom samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Am letzten Freitag des Monats gelten Öffnungszeiten von 10 bis 19 Uhr.
Heimkino in Kaarst live erleben
Buche deinen persönlichen Vorführtermin und teste Projektoren, Lautsprecher und Heimkino-Lösungen vor Ort.
Termin anfragenWir machen unter diesen Bedingungen weiter, konzentriert auf unser Produktprogramm und auf unsere Kunden in Deutschland. Aber beim Auslandsexport ist jetzt Schluss. Es kann nicht die Aufgabe eines mittelständischen Fachhändlers sein, für jede Lieferung durch Europa ein Bürokratieprojekt aufzubauen.
Über den Autor

Patrick Schappert
Geschäftsführer & Mitgründer von GROBI.TV
Patrick Schappert gründete GROBI.TV im Dezember 1999 gemeinsam mit seinem Bruder Dirk Schappert in Kaarst bei Düsseldorf. Seit mehr als 25 Jahren steht GROBI.TV für persönliche Beratung, praxisnahe Vorführungen und individuelle Lösungen rund um Heimkino, Beamer, Bildtechnik und intelligente Steuerung.
Als Geschäftsführer leitet Patrick Schappert das Tagesgeschäft und ist vielen Heimkino-Interessierten aus den GROBI.TV-Videos auf YouTube bekannt. Dabei steht er nicht allein: Hinter GROBI.TV arbeitet in Kaarst ein kompetentes Team, das langjährige Praxiserfahrung, technisches Fachwissen und Begeisterung für individuelle AV-Lösungen gemeinsam in Beratung und Projektrealisierung einbringt.
Für sein unternehmerisches Wirken wurde Patrick Schappert 2022 von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Kaarst als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet.
Mehr als 25 Jahre Erfahrung – unterstützt durch ein fachkundiges GROBI.TV-Team für Beratung, Vorführung, Planung und individuelle Heimkino- sowie AV-Lösungen.
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Ob erste Idee oder konkrete Umsetzung – wir unterstützen Sie persönlich und mit Erfahrung.