Ein ganzes Haus voller Filmleidenschaft
3,50 Meter Bildbreite, 2,90 Meter Sitzabstand und 16 Subwoofer: Geros Heimkino zwischen Köln und Bonn ist technisch beeindruckend. Doch die Zahlen erzählen nur einen Teil seiner Geschichte.
Rocky, Game of Thrones, Motorräder, Filmfiguren und selbst gebaute Kulissen begleiten uns durch das Haus. Auf der letzten Station unserer Tour durch Süddeutschland und Österreich entdecken wir einen Kinoraum, dessen Atmosphäre bereits lange vor der Leinwand beginnt.
Breite Leinwand im 21:9-Format
Am zentralen Hör- und Sehplatz
Acht vorne und acht hinten
Blu-rays und UHD Blu-rays
Schon hinter der Haustür wird deutlich, welchen Stellenwert Filme für Gero besitzen. Sammlerstücke, Dekorationen und persönliche Anspielungen finden sich im ganzen Haus.
Das Wohnzimmer wurde über Jahre technisch und akustisch weiterentwickelt. Später kam der separate Kinoraum hinzu. Der Weg dorthin führt inzwischen durch eine selbst gestaltete Kulisse, die uns ebenso beschäftigt wie die Technik im eigentlichen Saal.
Gero zeigt uns seine Filmwelt
Begleiten Sie uns vom Wohnzimmer über den ungewöhnlichen Kellerzugang bis in das Kino mit 16 Subwoofern. Wir sprechen über Eigenbau, Bildverarbeitung, Raumakustik und die Freude an gemeinsamen Filmabenden.
Ein ganzes Haus als Spielplatz für Filmleidenschaft
Horror, Science-Fiction, The Walking Dead, Game of Thrones und The Last of Us: Geros Geschmack ist breit gefächert. Was ihn begeistert, bekommt im Haus einen Platz.
Rund 1.900 Blu-rays und UHD Blu-rays gehören zur Sammlung. Nach seiner Schätzung verteilen sie sich ungefähr zur Hälfte auf beide Formate. Heute kauft er bevorzugt UHDs.
Ein Teil ist digital archiviert, einige Discs sind in Kisten untergebracht. Dazwischen stehen Figuren, besondere Verpackungen und selbst gedruckte Filmdekorationen. Auch der neue 3D-Drucker bekommt entsprechend viel zu tun.
Die vielen kleinen Anspielungen machen das Haus persönlich. Ein Detail an einer Tür erinnert beispielsweise an den Hodor-Moment aus Game of Thrones. Wer die Szene kennt, versteht die Bedeutung sofort.
Rocky begleitet Gero weit über das Filmregal hinaus
Rocky und die Filmmusik haben Gero beim Sport begleitet und geprägt. Sein selbst gewählter Beiname „Italian Stallion“ findet sich deshalb auch auf seinen Fahrzeugen.
Wie weit die Begeisterung geht, zeigt eine Chips-Sonderedition mit Rocky-Motiv. Gero kaufte gleich eine ganze Kiste. Die Chips wurden gegessen, die Verpackung blieb wegen des Motivs jahrelang erhalten.
Motorräder, Rennsport und die Liebe zu 3D
Mitten im Wohnbereich steht ein Motorrad. Motorsport ist Geros zweite große Leidenschaft. Er erzählt von seiner Rennsportzeit und zwei deutschen Meistertiteln. Heute gibt er seine Erfahrung gerne weiter, unter anderem an seine Geschwister.
Ein Gilera Runner 180 gehört ebenfalls zu seiner persönlichen Geschichte. Auf einem Foto aus Sizilien sitzt er mit 19 Jahren auf genau diesem Roller. Bis heute möchte er sich davon nicht trennen.
Die Leistungsentfaltung des Zweitakters fasziniert ihn weiterhin. Sein Exemplar schätzt er auf ungefähr 30 PS. Berichte über stärkere Umbauten gehören für ihn zur Fahrzeugbegeisterung; sie sind keine Grundlage für eine allgemeine Leistungsangabe.
Die Verbindung zum Kino führt über 3D. Gero sammelt entsprechende Veröffentlichungen und nennt den Motorradfilm TT: Isle of Man: Hart am Limit als Beispiel. Das räumliche Bild vermittelt ihm die Geschwindigkeit besonders eindrucksvoll. Bei Autofilmen kommen Le Mans und Formel 1 hinzu.
Auch Restaurierungen und aufwendige Neuauflagen interessieren ihn. Das Engagement von Labels wie Turbine schätzt er besonders bei Sammlereditionen und 3D-Veröffentlichungen.
Das Wohnzimmerkino: über Jahre verbessert
Vor dem separaten Kino war der Wohnbereich Geros großes Technikprojekt. Er optimierte die Akustik bis in die offene Küche. Zeitweise arbeiteten drei DSPs, drei Endstufen und eine umfangreichere Auro-Konfiguration zusammen.
Selbst die Couch ließ er passend anfertigen und auf sein Stereodreieck abstimmen. Irgendwann waren die für ihn sinnvollen Möglichkeiten im Wohnzimmer ausgeschöpft. 2024 konnte er den Wunsch nach einem zusätzlichen, ausschließlich fürs Heimkino vorgesehenen Raum umsetzen.
- Im Wohnzimmer steht weiterhin ein 77-Zoll-OLED-Fernseher.
- Ein Denon-AV-Receiver der 6700er-Baureihe übernimmt die Verarbeitung.
- ELAC-Lautsprecher, darunter Modelle mit JET-Hochtöner, gehören zur Anlage.
- DALI Fazon On-Wall ergänzen die Bestückung.
- Von ehemals vier Subwoofern ist einer im Wohnbereich geblieben.
Verschiebbare Absorber vor der Fensterfront
Vor der Fensterfront lassen sich Absorber an die benötigte Position bewegen. Sie sollen frühe Reflexionen auf dem Weg zum Hörplatz reduzieren.
Früher wurde zusätzlich ein großes Element hinter einem Schrank hervorgezogen. Die Schienen sind noch vorhanden. Heute muss der Wohnbereich nicht mehr jede Aufgabe des Filmkinos übernehmen.
Die Dali On-Wall-Lautsprecher hat Gero mit den Hochtönern nach unten montiert, um eine gemeinsame Hochtönerhöhe zu erreichen. Einen direkten Vergleich mit der anderen Ausrichtung hat er nicht durchgeführt. Die aktuelle Einmessung im Wohnzimmer stammt von ihm selbst.
Für Musik, Serien und Fernsehen bleibt die Anlage wichtig. Besondere Serien wie Game of Thrones schaut Gero bevorzugt im Kellerkino.
Der Kellerabgang wird zur Game-of-Thrones-Welt
Weil der Kinobau schneller fertig war als erwartet, blieb Zeit für den Zugang. Geros Idee: Schon beim Öffnen der Tür soll der Alltag zurücktreten. Daraus entstand eine aufwendige Hommage an Game of Thrones.
Burgartige Türen, ein Tor, unregelmäßige Wandstrukturen, Holz und warmes Licht prägen den Abgang. Die einzelnen Teile wurden selbst geplant, gebaut und angepasst.
Gedruckte Figuren füllen kleinere Lücken. Jon Snows Schwert, Drachenmotive und weitere Anspielungen ergänzen die Kulisse. Ein Arbeitskollege schweißte ein Metallelement für den Aufbau.
Ursprünglich sollte ein zusätzlicher Bereich für Fotos zugänglich werden. Der vorhandene Stromkasten machte die Umsetzung jedoch zu aufwendig. Gero passte seine Idee entsprechend an.
Die Atmosphäre funktioniert auch so. Manchmal setzt er sich einfach auf die Stufen und genießt die Umgebung. Nach unserem Rundgang können wir das gut nachvollziehen.
Vom Fantasy-Gang durch die Science-Fiction-Schleuse
Unten verändert sich die Gestaltung erneut. Auf die Fantasy-Kulisse folgen Science-Fiction, Horror und Filmrequisiten. Drachen-Eier verbinden die Bereiche miteinander.
Zur Fertigstellung schenkten die Nachbarn Gero einen kleinen Oscar. Ihre Rückmeldung, dass sie vom Kino nichts hören, freut ihn besonders. Ihm ist wichtig, seine Begeisterung mit Rücksicht auf die Umgebung auszuleben.
An der Decke können sich Gäste verewigen. Auch der Kinoname ist persönlich und verbindet Geros Nachnamen mit einem italienischen Kinobezug.
Vor der Tür im Science-Fiction-Look wird ein "Augen-Scan" inszeniert. Erst danach geht es weiter. Der Eintritt in den Saal gehört damit bewusst zum gesamten Erlebnis.
3,50 Meter Leinwand bei 2,90 Meter Sitzabstand
Im Kino selbst wird die Gestaltung ruhiger. Dunkle Flächen, integrierte Akustik und die breite Leinwand bestimmen den Raum. Gero wollte auch die Tür optisch verschwinden lassen.
- Leinwand im 21:9-Format mit 3,50 Metern Bildbreite
- Ungefähr 2,90 Meter Abstand am zentralen Sitzplatz
- Ursprünglich rund 5 Meter Raumtiefe, nach dem Ausbau etwa 4,50 Meter
- Bewusst großes Bild im Blickfeld, besonders für die 3D-Wiedergabe
Eine Klimaanlage unterstützt den Temperaturkomfort. Die eigentliche Technik steht außerhalb des Kinoraums. Ein vorhandenes Fenster bleibt hinter abnehmbaren Elementen zugänglich.
Den mittleren Platz überlässt Gero bei Besuch gerne seinen Gästen. Sie sollen das Erlebnis genauso intensiv kennenlernen können wie er selbst.
Spiegel lassen die Leinwand scheinbar schweben
Oberhalb und unterhalb der Leinwand befinden sich spiegelnde Flächen. Vom vorgesehenen Sitzplatz wirkt die Leinwand dadurch freier und der Bereich dahinter tiefer. Beim ersten Betreten entsteht kurz die Frage, ob dort noch ein weiterer Raum liegt.
Viele Ideen stammen aus anderen Heimkinos und unseren Touren. Gero hat jeweils geprüft, welche Anregung zu seinem Raum passt und wie er sie selbst umsetzen kann.
16 Subwoofer und Raumklang mit Dolby Atmos und Auro-3D
Auf der unteren Ebene arbeiten sieben Lautsprecher: drei an der Front, zwei seitlich und zwei hinten. Zur oberen Ebene gehören fünf Lautsprecher einschließlich eines zentralen Voice of God für die entsprechende Auro-Wiedergabe.
Die Anlage ist für Dolby Atmos und Auro-3D ausgelegt. Hintergrundinformationen zur räumlichen Wiedergabe mit unseren Lautsprecherlayout Empfehlungen finden Sie in unserer PDF OneforallSetup.
Für den Bass sind acht geschlossene 12-Zoll-Subwoofer vorne und acht hinten eingebaut. Die 16 Subwoofer bilden eine Double-Bass-Array-Anordnung, kurz DBA. Das rückwärtige Array soll die ankommende Basswelle bei passender Ansteuerung aktiv absorbieren und Reflexionen reduzieren.
Geros Ziel ist eine kontrollierte Basswiedergabe auch bei kräftigen Pegeln. Die erfreuliche Rückmeldung der Nachbarn gehört zu seiner persönlichen Erfahrung. Eine allgemeine Schallschutzgarantie lässt sich daraus nicht ableiten: Basskontrolle im Raum und Schallübertragung durch das Gebäude sind unterschiedliche Aufgaben.
Hinter den Stoffflächen steckt umfangreiches Akustikmaterial. Einige Diffusoren hat Gero selbst gebaut. Andere Elemente wie Bigfusor waren ursprünglich weiß und wurden schwarz lackiert. Der zunächst günstigere Einkauf wurde dadurch mit zusätzlichem Arbeitsaufwand bezahlt.
Projektor und ISCO-Linse: große Bildbreite mit optischen Grenzen
Die gewünschte Bildbreite stand zuerst fest. Der zuvor vorhandene EPSON EH TW 9400 hätte die 3,50 Meter aus der verfügbaren Entfernung bedienen können. Beim später gekauften JVC-Projektor NP 5 reichte die vorhandene Aufstellung dafür nicht.
Eine gebrauchte ISCO-III als Lösung
Während des Baus fand Gero eine große ISCO-III-Anamorphotenlinse in Frankfurt und holte sie ab. Nach seiner Erinnerung lag der Gebrauchtpreis bei ungefähr 2.000 bis 2.500 Euro.
Bei einem typischen Scope-Aufbau wird das Filmbild zunächst elektronisch vertikal gestreckt. Die Vorsatzoptik erweitert es anschließend horizontal, sodass die Proportionen bei passender Abstimmung wieder stimmen.
Solche Optiken begleiten uns seit den frühen GROBI-Jahren, etwa beim Übergang von 4:3-Projektoren zu breiteren Bildformaten. In Geros Installation ermöglichen sie die gewünschte Bildbreite.
madVR unterstützt die Bildanpassung
Eine madVR-Lösung übernimmt zusätzliche Bildverarbeitung. Besonders wichtig war Gero die Funktion Nonlinear Stretch. Damit kann die Linse montiert bleiben, während die Bildgeometrie elektronisch an unterschiedliche Inhalte angepasst wird.
Mit dem Ergebnis ist er zufrieden. Auch die 3D-Wiedergabe empfindet er seitdem als heller. Die HDR-Verarbeitung ist für ihn ein weiterer Vorteil. Die genaue optische Abstimmung bleibt dennoch ein Punkt, an dem er weiterarbeiten möchte.
Gerade diese Kombination zeigt, wie wichtig die gemeinsame Betrachtung von Projektionsabstand, Zoom, Vorsatzoptik und Bildverarbeitung ist.
Ein Super-8-Projektor erinnert an die Anfänge
Neben moderner Projektion steht ein funktionierender Bauer-Super-8-Projektor im Raum. Gero bekam ihn mit einem größeren Filmkonvolut.
Unser Höreindruck: trocken, räumlich und harmonisch
Bei der Vorführung fällt die räumliche Umhüllung auf. Eine Musikszene vermittelt einen überzeugenden Eindruck der Band und des Raums um den Sitzplatz. Der Bass spielt trocken und fügt sich harmonisch ein.
Gero hat den Bass gegenüber seiner früheren Abstimmung nach eigener Erinnerung um ungefähr 5 dB angehoben. Bei dieser Vorführung empfanden wir das nicht als störend. Es bleibt seine persönliche Anpassung in einem stark behandelten Raum.
Durch das Kino hat Gero auch seine Konzert-Blu-rays und DVDs neu entdeckt. Ob Klassik, Pop oder eine andere Musikrichtung: Stimmen Aufnahme und Darbietung, entsteht für ihn das gewünschte Mittendrin-Gefühl.
Native Tonspur oder Upmixer?
Bei Dolby Atmos nutzt Gero meist die native Tonspur. Gut abgemischte DTS-HD-Master-Audio-Spuren lässt er ebenfalls gerne unverändert spielen. Manchmal wirkt die Räumlichkeit so überzeugend, dass ihm erst beim Nachsehen auffällt, dass die Höhenlautsprecher gar nicht aktiv sind.
Gelegentlich kommen Neural:X oder die Auro-Matic zum Einsatz. Bei manchen Inhalten empfindet Gero die Wiedergabe mit Auro als bassbetonter und passt sie entsprechend an.
Als Hörbeispiel besprechen wir die Schlussszene aus Burlesque mit Christina Aguilera. Gerade Gesang und musikalische Details eignen sich gut, um verschiedene Einstellungen bei vergleichbarer Lautstärke zu beurteilen.
Ein Kino für Familie und Freunde
Geros Tochter nutzt den Raum mit Freundinnen, feiert dort Geburtstage und würde gerne einmal im Kino übernachten. Manchmal läuft ein Film, manchmal zählt vor allem die Atmosphäre.
Was von dieser Heimkinotour bleibt
Oben steht ein über Jahre entwickeltes Wohnzimmerkino. Der Kellerabgang wurde zur Fantasy-Kulisse, der Vorraum zur Science-Fiction-Welt. Dahinter öffnet sich ein dunkler Kinosaal mit großer Leinwand und aufwendiger Bassinstallation.
Die 16 Subwoofer und das große Bild aus kurzer Entfernung beeindrucken. Prägend ist aber, wie konsequent Gero seine Interessen verbunden hat. Der Raum ist Ausdruck seines Geschmacks und seiner eigenen Ideen.
Diese letzte Station zeigt erneut die Vielfalt unseres Hobbys. Ein kleines Mietwohnungskino und ein aufwendiger Spezialraum können dieselbe Begeisterung auslösen. Bei Gero kommt ein ganz persönlicher Abenteuerspielplatz hinzu.
Wer Bildunterschiede direkt vergleichen möchte, kann unsere GROBI Studios in Kaarst besuchen. Zum Zeitpunkt dieser Tour waren dort rund 20 Projektoren parallel vorführbereit. Welche Geräte Sie aktuell vergleichen können, klären wir gerne bei Ihrer Terminvereinbarung.
Das schönste Ergebnis ist ein Raum, in dem Filme und Musik neu entdeckt werden, Gäste auf dem besten Platz sitzen und der Besitzer nach vielen Arbeitsstunden sagen kann: Genau dafür habe ich das gebaut.
Finden Sie Ihren eigenen Weg zum Heimkino
Ob Wohnzimmeranlage oder eigener Kinoraum: Wir beraten Sie zu Projektoren, Leinwänden, Lautsprechern und sinnvoller Abstimmung. Gemeinsam betrachten wir Ihre räumlichen Möglichkeiten und die Technik, die zu Ihren Wünschen passt.
Von Ihrer Heimkinoidee zum fertigen Kinoraum
Unser Partner HEIMKINOBAU begleitet Sie bei der Planung und Umsetzung Ihres Heimkinos. Holger Franz und sein Team unterstützen Selbstbauer mit individueller Fachplanung und realisieren komplette Kinoräume. Bild, Ton, Raumakustik und Gestaltung werden gemeinsam auf Ihren Raum und Ihre Wünsche abgestimmt.


