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Lewis Electronix Erfahrungsbericht: "Mein Heimkino wird professionell eingemessen: Was eine Akustikmessung wirklich bringt"

 

Heimkino-Einmessung mit VDK Akustik

Lohnt sich eine professionelle Akustikmessung wirklich?

Ein Heimkino kann optisch noch so schick sein und mit tollen Komponenten vollstehen: Ob es am Ende wirklich packend klingt, entscheidet der Raum. Genau deshalb hat unser Kunde Martin sein 5.2.2-Dolby-Atmos-Heimkino professionell von unserem Partner Holger von der Krone (VDK Akustik) einmessen lassen.

Das Ziel war nicht, aus einem funktionierenden Kino plötzlich ein anderes zu machen. Es ging darum, herauszufinden, was der Raum mit dem Klang macht, wo sich Potenzial versteckt und welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind. Und ja, die Messung hat ein paar Dinge bestätigt, die unser Kunde Martin schon geahnt hatte.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Eine Einmessung bewertet nicht nur Frequenzgänge, sondern auch Reflexionen, Laufzeiten, Nachhall und Aufstellung.

Zwei Subwoofer glätten den Bass effektiver als aggressive EQ-Anhebungen einzelner Auslöschungen.

Ein wandnaher Sitzplatz kostet spürbar Surround-Umhüllung und erhöht den Einfluss des Raums.

Der finale Basspegel sollte immer nach persönlichem Geschmack bei der üblichen Hörlautstärke eingestellt werden.

Ausgangslage

Das Heimkino-Setup als Ausgangspunkt

Das System besteht aus einem Denon AVR-X3800H, zwei DALI Oberon 7 als Frontlautsprecher, einem DALI Grand Vokal als Center, DALI Fazon Sat für die Surround-Kanäle und zwei weiteren Fazon als Deckenlautsprecher. Dazu kommen zwei SVS-Subwoofer der 1000-Classic-Serie. Das Ganze läuft als 5.2.2-Setup mit Dolby Atmos.

Die Leinwand ist etwa 2,90 Meter breit und der Hauptsitzplatz liegt ungefähr vier Meter davon entfernt. Martin empfindet diesen Abstand als angenehm, bringt akustisch aber einen wichtigen Nachteil mit sich: Der Sitzplatz liegt direkt an der Rückwand.

Je weiter man von den Frontlautsprechern entfernt sitzt, desto stärker hört man den Raum und desto weniger den Direktschall der Lautsprecher. Direkt an der Rückwand kommen zusätzlich Reflexionen und die Nähe zu den Surround-Lautsprechern ins Spiel. Das ist keine Katastrophe, aber es kostet spürbar Potenzial bei Räumlichkeit und Umhüllung.

Messverfahren

So läuft eine professionelle Heimkino-Einmessung ab

Gemessen wurde von unserem Experten Holger von der Krone (Holger2) mit Room EQ Wizard, kurz REW, einem Messmikrofon und einem per HDMI an den AVR angeschlossenen Rechner. Für die grundlegenden Messungen reichen rund 70 Dezibel am Hörplatz aus. Das ist vergleichsweise leise, liefert aber schon genug Pegel für aussagekräftige Kurven.

Wichtig sind dabei die Bedingungen: Die Tür musste geschlossen werden, weil sich bereits dadurch der Bassbereich messbar verändert. Das Mikrofon steht am Hauptplatz, denn genau dort soll das Kino später auch möglichst gut funktionieren.

Eine professionelle Einmessung besteht nicht nur daraus, eine automatische Korrektur im Receiver zu starten. Der eigentliche Ablauf sieht eher so aus:

1. Jeden Lautsprecher und den LFE-Kanal einzeln messen.

2. Frequenzgänge, Auslöschungen und Pegel vergleichen.

3. Reflexionen und Ausschwingverhalten im Raum prüfen.

4. Subwoofer einzeln und gemeinsam messen. Aufstellung korrigieren.

5. Die Raumkorrektur neu einmessen.

6. Das Ergebnis neu messen. Trennfrequenzen, Laufzeiten und Pegel optimieren. 

7. Das Ergebnis erneut messen und anschließend mit Filmszenen probehören.

Genau dieses Zusammenspiel aus Messen, Verstehen, Nachjustieren und Hören macht am Ende den Unterschied.

Messwerte

Der Frequenzgang: Wichtig, aber nicht das ganze Bild

Der Frequenzgang zeigt, wie laut jede Frequenz am Hörplatz ankommt. Auf der horizontalen Achse steht die Frequenz, auf der vertikalen Achse der Pegel in Dezibel. Für eine bessere Lesbarkeit lassen sich die Kurven glätten, hier mit einer Sechsteloktave.

Beim Blick auf den Frequenzgang denkt man schnell: möglichst schnurgerade Linie, dann ist alles perfekt. So einfach ist es aber nicht. In einem normalen Raum entstehen durch Wände, Decke, Boden, Möbel und Sitzplätze zwangsläufig Überhöhungen und Auslöschungen.

Eine aggressive Entzerrung mit unzähligen Equalizern wäre deshalb oft kontraproduktiv. Der Lautsprecher wurde vom Hersteller bereits möglichst sauber entwickelt und in einer kontrollierten Umgebung abgestimmt. Im Raum kommen dann Reflexionen und Moden hinzu. Ein EQ kann den Direktschall verändern, aber er beseitigt nicht automatisch die Ursache einer raumbedingten Auslöschung.

Im linken Frontkanal fiel besonders ein Einbruch um etwa 47 Hz auf. Die entscheidende Frage war: Liegt das an der Übergabe zwischen Frontlautsprecher und Subwoofer oder handelt es sich um ein Raumproblem? Genau dafür misst man später die Subwoofer noch einmal separat.

Projektionsfläche mit mehreren farbigen Frequenzgangkurven einer REW-Messung
Erst die getrennte Betrachtung der Subwoofer zeigt, welche Auslöschungen vom Raum und welche von der Anbindung kommen.

Warum linker und rechter Kanal oft unterschiedlich aussehen

Die beiden Frontkanäle verliefen nicht identisch. Das war für unseren Experten Holger von der Krone auch nicht überraschend, weil der Raum nicht symmetrisch aufgebaut ist. Auf einer Seite beeinflussen Podest, Sofa, Tür und Wandabstände den Klang anders als auf der anderen.

Auch der Sitzplatz selbst ist nicht exakt mittig. Dadurch ist der linke Lautsprecher näher als der rechte. Unterschiede im Hochtonbereich können zusätzlich durch den Winkel der Lautsprecher entstehen. Solange sich dort nicht der relevante Sprach- und Grundtonbereich abspielt, muss man daraus aber kein riesiges Problem machen.

Sprachverständlichkeit

Der Center: Sprachverständlichkeit darf Priorität haben

Der Centerkanal war grundsätzlich in Ordnung, aber etwas zu leise eingestellt. Martin würde einen Center häufig etwa 1,5 dB lauter setzen, einfach damit Dialoge besser verständlich bleiben. Gerade bei Filmen im Originalton kann das enorm helfen, weil die Sprachaufnahme nicht immer so sauber und präsent ist wie bei einer deutschen Synchronfassung.

Ein weiterer Punkt ist die Position des Centers. Steht er nah am Boden, kann Sprache gefühlt von unten kommen. Eine Möglichkeit wäre, ihn stärker auf den Hörplatz auszurichten. In diesem Raum wäre theoretisch auch ein Doppelcenter denkbar, also je ein identischer Lautsprecher ober- und unterhalb der Leinwand. Mit getrennten Laufzeiten, Pegeln und DSP-Korrektur kann die Phantomquelle dann stärker in die Bildmitte wandern.

Das ist aber ein klassisches Beispiel dafür, Messbarkeit und Hörbarkeit auseinanderzuhalten. Nicht alles, was sich messen lässt, stört automatisch. Wenn Dialoge verständlich sind und der Ton nicht auffällig vom Bild wegzieht, muss man nicht zwanghaft umbauen. Wir reden hier wirklich über Optimierung auf hohem Niveau.

Raumakustik

Frühe Reflexionen erkennen und sinnvoll behandeln

Deutlich wichtiger als eine kosmetisch perfekte Frequenzgangkurve sind frühe Reflexionen. Im Impulsdiagramm sieht man, wann der Direktschall am Mikrofon ankommt und welche späteren Impulse vom Raum zurückgeworfen werden.

Als grobe Orientierung sollte reflektierter Schall möglichst schnell mindestens 15 dB leiser sein als der Direktschall. Besonders auffällig waren Reflexionen im Bereich von einer bis knapp zweieinhalb Millisekunden.

Eine Millisekunde entspricht etwa 34 Zentimetern zusätzlichem Schallweg. Bei rund 2,4 Millisekunden liegt der Umweg bei ungefähr 80 Zentimetern. Das kann sehr gut zur Rückwand passen. Eine Reflexion nach etwa einer Millisekunde kann dagegen vom Sofa oder einer anderen sehr nahen Fläche kommen.

Um die Ursache zuverlässig zu finden, reicht die bekannte Spiegelmethode allein nicht immer. Sie zeigt zwar direkte Reflexionspunkte, ordnet sie aber nicht eindeutig einer bestimmten Messspitze zu. Daher hat unser Partner und Experte Holger von der Krone eine Vorgehensweise mit einem Bindfaden erstellt:

Die gemessene Verzögerung wird in einen zusätzlichen Schallweg umgerechnet.

Mit dem Bindfaden lässt sich diese Entfernung im Raum nachvollziehen.

Am vermuteten Punkt wird testweise ein Kissen oder Absorber platziert.

Eine neue Messung zeigt, ob die betreffende Reflexion tatsächlich verschwindet oder kleiner wird.

Danach kann man immer noch entscheiden, ob ein Absorber nötig ist und wie er optisch in den Raum passt. Gerade bei einer Tür oder einer dekorativen Wand muss Akustik nicht automatisch nach Tonstudio aussehen. Es gibt genug fertige Lösungen, und beim Selbstbau lässt sich die Optik komplett selbst bestimmen.

Nachhallzeit

Nachhallzeit: Nicht zu trocken, aber auch nicht beliebig

Die Nachhallzeit RT60 beschreibt, wie lange es dauert, bis der Schall um 60 dB abgeklungen ist. Im Mitteltonbereich lagen die Werte hier ungefähr bei 140 bis 150 Millisekunden. Das ist nicht überdämpft und insgesamt absolut in Ordnung.

Ob man einen Raum trockener oder lebendiger mag, ist zu einem großen Teil Geschmackssache. Für einen Raum dieser Größe könnten 180 bis 200 Millisekunden ebenfalls gut funktionieren. Entscheidend ist, dass der Raum nicht unangenehm hallig wird und Dialoge, Effekte sowie Musik sauber bleiben.

Interessant war die ungleichmäßige Nachhallzeit über die Frequenz. Teppiche, Vorhänge und viele klassische Absorber wirken vor allem im Mittel- und Hochtonbereich. Im Grundton und Bass tun sie dagegen kaum etwas. Laut Holger von der Krone hat in diesem Raum das Sofa deutlich mehr Einfluss als ein dünner Vorhang.

Die RT60-Werte in kleinen Räumen sollte man außerdem nicht überinterpretieren. Die gängigen Berechnungsmodelle stammen eigentlich aus großen Räumen. Akustisch gilt selbst ein 70-Quadratmeter-Wohnzimmer noch als kleiner Raum. Die Messung liefert trotzdem wertvolle Hinweise, aber keine unumstößliche Wahrheit auf die Millisekunde genau.

Ausschwingverhalten

Wasserfall und Spektrogramm: Wo schwingt der Bass noch nach?

Beim Ausschwingverhalten hilft ein Wasserfalldiagramm oder noch besser oft ein Spektrogramm. Hier wurde ein Ausschwinger um etwa 42 Hz sichtbar. Das kann auf eine Raummode hindeuten, also auf eine Frequenz, die zwischen Begrenzungsflächen besonders stark angeregt wird und länger im Raum stehen bleibt.

Das Wasserfalldiagramm war bei der gewählten Messlautstärke nur begrenzt aussagekräftig. Für eine wirklich deutliche Darstellung müsste lauter gemessen werden. Ein Spektrogramm macht dennoch gut sichtbar, bei welchen Frequenzen Energie nach dem eigentlichen Signal weiterbesteht.

Die nächste Aufgabe war klar: Subwoofer ohne aktive Audyssey-Korrektur einzeln messen, die Raummoden besser verstehen und anschließend die gemeinsame Aufstellung bewerten.

Bass-Optimierung

Warum zwei Subwoofer so viel mehr bringen als einer

Die beiden SVS-Subwoofer stehen vorne und hinten diagonal im Raum. Diese Aufstellung war schon vor der Einmessung eine sehr gute Grundlage. Ohne Audyssey zeigte der gemeinsame Bassbereich bereits einen relativ gleichmäßigen Verlauf.

Als der hintere Subwoofer abgeschaltet wurde, war der Effekt eindeutig sichtbar: Der vordere Subwoofer erzeugte eine ausgeprägte Raummode um etwa 37 Hz und gleichzeitig Auslöschungen an anderen Stellen. Der hintere Subwoofer lieferte genau dort Pegel, wo der vordere ein Loch hinterließ.

Das ist der große Vorteil mehrerer Subwoofer: Sie können sich gegenseitig nicht einfach nur lauter machen, sondern unterschiedliche Raumeinflüsse ausgleichen. Wir von GROBI beraten Sie gerne in unseren Kaarster Studios. Wenn Sie uns die Raumdaten mitbringen, können wir teilweise mit REW die perfekte Position und Anzahl der Subwoofer am Rechner zeigen.

Auslöschungen sollte man nicht mit einem EQ hochziehen. Ein Loch am Hörplatz entsteht durch Auslöschung. Hebt man diese Frequenz elektronisch an, kann sie an einer anderen Position im Raum viel zu laut werden. Das Ergebnis ist oft Dröhnen statt besserer Bass.

Mit zwei Subwoofern macht man bereits einen riesigen Schritt. Ein dritter oder vierter kann weitere Verbesserungen bringen, aber der größte Sprung passiert meistens von einem auf zwei Subwoofer.

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Unser Kunde Martin betreibt einen erfolgreichen YouTube Kanal Lewis Electronix

Einmessung

Audyssey neu einmessen und anschließend kontrollieren

Nachdem die Subwoofer-Aufstellung als sinnvoll bestätigt war, wurde Audyssey von Holger von der Krone neu eingemessen. Dabei wurden bewusst nur wenige Messpunkte rund um den Hauptplatz verwendet, etwa 20 bis 30 Zentimeter seitlich versetzt.

Das ist ein wichtiger Punkt: Viele Messpositionen machen das Ergebnis nicht automatisch besser. Wer den Hauptplatz priorisiert, sollte nicht zu großflächig im Raum messen. Zusätzliche Punkte verbessern andere Plätze höchstens leicht, können die Optimierung am wichtigsten Sitzplatz aber verwässern.

Nach der neuen Einmessung war der LFE-Kanal deutlich glatter. Überhöhungen und kleinere Löcher waren verschwunden, die Subwoofer-Aufstellung funktionierte also wirklich gut.

Beim linken Frontkanal blieb allerdings ein größeres Loch im Übergangsbereich um die eingestellte Trennfrequenz von 70 Hz. Das zeigte: Die Distanz beziehungsweise Laufzeit zwischen Subwoofern und Frontlautsprechern passte noch nicht perfekt zusammen. Genau an dieser Stelle muss man im AVR nachsteuern, Parameter ändern, neu messen und sich Schritt für Schritt an die bessere Anbindung herantasten.

Deckenkanäle

Atmos-Lautsprecher mit REW messen

Die Höhenlautsprecher sind bei REW etwas spezieller, weil interne Messsignale nur die verfügbaren Kanäle des Rechners ansprechen können. Für die Atmos-Messung wurde deshalb mit externen Messsignalen gearbeitet, die über eine Blu-ray zugespielt wurden.

In REW lässt sich dafür statt einer internen Messung der Modus „Measure from File“ verwenden. REW wartet dann auf das externe Signal und kann auch die Atmos-Kanäle erfassen.

Damit lassen sich zwei wichtige Dinge prüfen:

Die tatsächlichen Abstände beziehungsweise Laufzeiten der Deckenlautsprecher

Der Frequenzgang und die Übergabe im Bereich der Trennfrequenz

Bei einem Dolby-Atmos-Setup funktioniert das gut. Spezielle Auro-3D-Kanäle wie Center Height oder Voice of God lassen sich auf diesem Weg jedoch nicht direkt messen.

Pegel

Alle Kanäle korrekt einpegeln

Nach Laufzeiten und Frequenzgängen wurden die Pegel der Lautsprecher mit einem Echtzeitanalysator auf rund 70 dB abgeglichen. Das sorgt für eine stimmige Umhüllung, denn ein zu lauter oder zu leiser Kanal fällt im Film sofort auf.

Der Center darf dabei nach persönlichem Geschmack etwas höher liegen, damit Sprache klar bleibt. Beim Bass gilt dasselbe: Die Messung schafft eine saubere Basis, aber der finale Pegel ist eine Frage der eigenen Hörlautstärke und Vorlieben.

Praxistest

Probehören: Die Messung muss sich im Film beweisen

Nach allen Kurven, Einstellungen und Nachmessungen kommt der wichtigste Teil: Probehören mit bekannten Filmszenen. Erst dann zeigt sich, ob die Theorie im Sitzplatz ankommt.

Die Verbesserung war direkt von Martin wahrnehmbar. Effekte von oben waren klarer, Bewegungen im Raum ließen sich besser verfolgen und die Deckenlautsprecher machten deutlich mehr Sinn als vorher.

Die große Schwachstelle blieb aber der Sitzplatz direkt an der Rückwand. Die Surround-Lautsprecher befinden sich dadurch sehr nah am Ohr. Das führt dazu, dass einzelne Lautsprecher stärker ortbar sind, statt dass sich eine geschlossene Klangblase bildet.

Würde der Sitzplatz weiter nach vorne rücken, wäre die Umhüllung hinten deutlich besser. Die Einschätzung war ziemlich klar: Laut unserem Experten Holger von der Krone liegen hier grob 20 bis 30 Prozent zusätzliches Potenzial. Das bedeutet nicht, dass der aktuelle Platz unbrauchbar wäre. Er bedeutet nur, dass Raumgeometrie und Sitzposition in einem Heimkino mindestens so wichtig sind wie die Hardware.

Raumplanung

Leinwandgröße, Sitzabstand und Bildhöhe gehören zur Planung dazu

Mit rund 2,90 Metern Bildbreite und etwa vier Metern Sitzabstand liegt das Verhältnis bei ungefähr 1,3 zu 1. Für 16:9 ist das nicht falsch, aber relativ weit entfernt. Ein Verhältnis um 1 zu 1 oder 1,1 zu 1 wird oft als passend empfunden, bleibt aber Geschmackssache und eine Entscheidung von Martin.

In diesem Fall war die Bildhöhe eher das größere Thema. Bei 16:9-Inhalten liegt das Bild relativ hoch, wodurch man deutlich nach oben schauen muss. Bei einer 21:9-Leinwand kann das Bild für Kinofilme weiter unten positioniert und von oben maskiert werden. Das wäre ergonomisch oft angenehmer.

Eine mögliche Lösung könnte daher sein, die bestehende Leinwand mit einer Maskierung oben und an den Seiten kleiner zu machen. Damit könnte der Sitzplatz weiter nach vorne, ohne dass das Bild zu groß wirkt. Gleichzeitig würden Surround- und Atmos-Effekte besser zur Geltung kommen.

Deckenlautsprecher

Mehr Atmos-Lautsprecher oder andere Winkel?

Mit vier Deckenlautsprechern ließe sich die Atmos-Kuppel grundsätzlich erweitern. Auch bei einem hinteren Sitzplatz könnte man die rückwärtigen Lautsprecher so weit wie möglich nach hinten setzen und die vorderen etwas weiter vorne montieren.

Als besonders sinnvoll wurde ein Winkel um etwa 30 Grad genannt, orientiert an der Auro-Geometrie. Die vorhandenen Deckenlautsprecher lagen eher bei ungefähr 45 Grad. Mit einer anderen Positionierung kann die räumliche Kuppel über dem Hörplatz besser funktionieren.

Zwei Lautsprecher direkt über dem Kopf wären dagegen nicht automatisch ideal. Dann werden einzelne Effekte schnell sehr direkt und laut wahrgenommen, während die räumliche Verbindung fehlen kann. Reflexionen von Wand und Decke können zwar zusätzliche Umhüllung vortäuschen, aber eben nicht immer aus der richtigen Richtung.

Bass-Wahrnehmung

Warum sauberer Bass zunächst wie weniger Bass wirken kann

Beim ersten Probehören war der Bass sauber, aber für den persönlichen Geschmack noch etwas zu zurückhaltend. Die Zielkurve war bereits angehoben, danach kamen noch einmal rund 3 dB hinzu. Das brachte eine Verbesserung, aber ganz unten fehlte weiterhin etwas Tiefgang.

Die kleinen Subwoofer reichen in diesem Raum nicht wirklich mit Nachdruck bis 20 Hz hinunter. Gerade im untersten Bereich geht es weniger ums Hören als ums Spüren. Auch der Kickbass könnte noch etwas mehr Energie vertragen.

Bei Audyssey ist das Anheben allerdings begrenzt, weil sich der Bass für alle Lautsprecher nur unterhalb der jeweiligen Trennfrequenz beeinflussen lässt. Mit Software wie Dirac Live Bass Control oder vergleichbaren Lösungen wäre eine differenziertere Zielkurve bis in höhere Bassbereiche möglich. Hier war das mit der vorhandenen App nicht zuverlässig umsetzbar.

Wichtig ist: Ein sauber eingemessener Bass klingt anfangs oft weniger spektakulär als ein dröhnender Bass. Raummoden machen einzelne Frequenzen sehr laut, was schnell als „mehr Bass“ wahrgenommen wird. Tatsächlich ist der Bass dann aber nicht präziser, sondern ungleichmäßig.

Deshalb sollte der finale Basspegel immer bei der Lautstärke eingestellt werden, mit der man normalerweise Filme hört. Das menschliche Gehör ist im Tiefton bei geringeren Pegeln weniger empfindlich. Wer leiser hört, braucht meist eine stärkere Bassanhebung als jemand, der dauerhaft sehr laut hört.

Fazit

Das Fazit von unserem Kunden Martin zur professionellen Heimkino-Einmessung

Hat sich die professionelle Einmessung gelohnt? Für Martin ganz klar: ja. Besonders die bessere Wahrnehmung von Höheninformationen und die sauberere Abstimmung des Gesamtsystems waren deutlich hörbar. Der Bass wurde kontrollierter, die Subwoofer-Aufstellung als sinnvoll bestätigt und mehrere Ansatzpunkte für spätere Optimierungen wurden sehr konkret.

Das heißt aber nicht, dass jetzt alles abgerissen und neu gebaut werden muss. Das Kino funktioniert bereits gut, der Bass ist trocken und sauber, und die Anlage steht in Relation zum Aufwand sehr ordentlich da.

Genau das ist für Martin der wichtigste Punkt: Man kann messen, analysieren und verbessern, ohne sich ständig etwas schlechtzureden. Ein unbehandeltes Wohnzimmer kann mit sinnvoller Aufstellung und guter Einmessung klasse klingen. Umgekehrt kann ein extrem teures Heimkino enttäuschen, wenn Raum, Positionierung und Abstimmung nicht passen.

Eine professionelle Einmessung kostet laut VDK Akustik 649 Euro zuzüglich individueller Fahrtkosten. Der Termin kann durchaus vier Stunden dauern oder länger, weil nicht nur Messungen dazugehören, sondern auch Erklärungen, Fragen, Anpassungen und Probehören. Für Martin war genau dieser Mix der eigentliche Mehrwert. Hier können Sie einen Termin bei unserem Experten vereinbaren. Er kann ihnen ein individuelles Angebot erstellen. 

Am Ende geht es nicht darum, irgendeiner perfekten Kurve hinterherzulaufen. Es geht darum, dass das Heimkino am eigenen Hauptplatz mit der eigenen Lautstärke und dem eigenen Geschmack richtig Spaß macht. Und danach darf man auch einfach mal zufrieden sein und Filme schauen.

Über den Autor

Holger von der Krone, Geschäftsführer der VDK Akustik GmbH

Holger von der Krone

Geschäftsführer der VDK Akustik GmbH & GROBI.TV-Partner für Raumakustik

Holger von der Krone ist Geschäftsführer der VDK Akustik GmbH (vdk-akustik.de) mit Sitz in Lünen und bei GROBI.TV auch liebevoll als „Holger 2“ bekannt. Als Spezialist für professionelle Raumakustik-Messungen, Wohnzimmerkino- und Heimkino-Einmessung ist er bundesweit vor Ort unterwegs – von der Analyse des Amplitudengangs und der Nachhallzeit über die Optimierung der Lautsprecher- und Hörplatzaufstellung bis zur finalen Einmessung mit Systemen wie Dirac, Audyssey, Trinnov oder MultEQ-X.

In zahlreichen Kundenprojekten – vom Dachboden-Heimkino bis zum offenen Wohnzimmerkino – zeigt Holger von der Krone immer wieder, welches akustische Potenzial in bereits vorhandenen Audioanlagen steckt, sobald Aufstellung, Raumbehandlung und Einmessung sinnvoll zusammenspielen.

Professionelle Raumakustik-Messung und Einmessung bundesweit vor Ort – als GROBI.TV-Partner für Wohnzimmerkino- und Heimkino-Optimierung.

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