madVR Envy Core Videoprozessor im Praxischeck: Anschlüsse, Menü und die wichtigsten Funktionen
madVR Envy Core: unser erster Blick auf Anschlüsse, Bedienung und Funktionen
Der madVR Envy Core ist bei uns seit mehreren Monaten im Einsatz. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie kompakt und leise der Videoprozessor tatsächlich ist, wie der Einstieg in das Menü funktioniert und welche Funktionen der Core aus der größeren Envy-Familie mitbringt.
Zwei häufige Fragen lassen sich bereits beantworten: Der Envy Core ist kompakt und angenehm leise. Damit ist er grundsätzlich auch für Installationen interessant, bei denen der Videoprozessor nicht in einem separaten Technikraum verschwindet. Entscheidend ist natürlich, was nach dem Anschließen passiert und welche Möglichkeiten der Core aus der Envy-Familie mitbringt.
Der madVR Envy Core im ersten Praxischeck
Wir zeigen das Gerät, die Anschlüsse und das Menü und gehen auf einige der Funktionen ein, die im täglichen Heimkino-Betrieb besonders interessant sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
Kompakt und leise
Der Envy Core benötigt vergleichsweise wenig Platz und arbeitet im Test angenehm leise.
Hilfreiches Menü
Menüpunkte werden erklärt. Firmware-Rückkehr und die Wiederherstellung gesicherter Einstellungen sind möglich.
Individuell anpassbar
HDR-Einstellungen und die Belegung der Fernbedienung lassen sich an die persönlichen Vorlieben anpassen.
Core oder Premium?
Die IP-Steuerung setzt die Premium-Version voraus. Zudem bestimmt das angeschlossene Bildgerät weiterhin die technischen Grenzen der Darstellung.
Lieferumfang und Anschlüsse
Die Verpackung ist unspektakulär – und das ist positiv gemeint. Neben dem Gerät liegen eine Fernbedienung, der zugehörige Empfänger, ein Stromkabel und Montagewinkel für den Einbau in ein 19-Zoll-Rack bei. Beim Testmuster lag zusätzlich ein für Großbritannien vorgesehenes Stromkabel im Karton; ein hier verwendbares Kabel war ebenfalls vorhanden.
Auf der Rückseite ist alles ordentlich beschriftet. Es gibt einen Eingang für das Quellsignal, einen Ausgang zum Bildgerät und einen Passthrough-Anschluss. Hinzu kommen Anschlüsse für den Fernbedienungsempfänger, LAN und USB. Über USB lässt sich bei Bedarf auch eine kabelgebundene oder drahtlose Tastatur nutzen.
Für Gamer ist der Passthrough besonders wichtig. Die Bildverarbeitung bringt eine spürbare Latenz mit sich. Wer spielen möchte, sollte deshalb eine separate Signalführung zum Projektor einplanen, statt das Spielsignal durch die Verarbeitung laufen zu lassen. Das kann ein zweites Kabel zum Projektor bedeuten.
Einstecken, Bild bekommen, Menü öffnen
Für den ersten Start ist keine lange Prozedur nötig: Quelle und Projektor verbinden, Gerät einschalten und ein Bild bekommen. Danach öffnet ein Druck auf die Menütaste die Einstellungen.
Wer bereits einen anderen madVR Envy kennt, findet sich schnell zurecht. Die Menüstruktur ist vertraut, allerdings stehen auf dem Core nicht sämtliche Funktionen der größeren Modelle zur Verfügung. Motion AI gehört nicht zum Funktionsumfang des Core. Auch getrennte Einstellungen für die Spitzenhelligkeit bei HDR und SDR bleiben dem Pro vorbehalten. Bei der Modellwahl lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Unterschiede, statt allein vom gemeinsamen Menü auf identische Funktionen zu schließen.
Ein Bild auf der Leinwand bedeutet außerdem noch nicht, dass der Videoprozessor auf das konkrete Heimkino abgestimmt ist. Dafür müssen die passenden Werte gesetzt werden. Auch ohne abgeschlossene Kalibrierung lassen sich bereits erste Funktionen wie das Tone Mapping nutzen; die individuelle Abstimmung wird dadurch aber nicht ersetzt.
HDR nach Geschmack einstellen – ohne Wunder zu erwarten
Beim HDR-Bild gibt es nicht die eine Einstellung, die für jedes Heimkino und jeden persönlichen Geschmack richtig ist. Der Envy bietet Voreinstellungen wie Natural, Vivid, Punchy und Overcooked. Darunter befinden sich weitere Optionen, mit denen sich der persönliche Eindruck feiner anpassen lässt. Damit kann zunächst eine grundsätzliche Richtung gewählt und anschließend bei Bedarf nachjustiert werden.
IP-Steuerung: nützlich, aber keine komplette Hausautomation
Eine weitere interessante Funktion ist die Steuerung anderer Geräte über das Netzwerk. So kann der Envy beim Einschalten beispielsweise per IP einen unterstützten Projektor und AV-Receiver mit einschalten. Auch die Steuerung eines Fernsehers oder einer Leinwandmaskierung ist möglich, sofern das jeweilige Gerät unterstützt wird. Die Datenbank der unterstützten Geräte wächst.
Das sind grundlegende Steuerfunktionen und kein Ersatz für eine vollständige Hausautomation. Wichtig ist zudem die technische Unterscheidung: Die Befehle laufen über IP und nicht über HDMI-CEC.
Diese IP-Steuerung ist der Premium-Version vorbehalten. Jeder Envy Core wird zunächst als Standard-Version ausgeliefert und kann später durch den Kauf der entsprechenden Software auf Premium aufgerüstet werden. Wer diese Funktion einplanen möchte, sollte den Unterschied zwischen Standard und Premium bei der Auswahl berücksichtigen.
Die Fernbedienung an den eigenen Alltag anpassen
Auch bei der Fernbedienung lässt sich einiges personalisieren. Im Menü wird sie als Softwareansicht dargestellt. Dort kann aus vielen Befehlen ausgewählt und festgelegt werden, welche Funktion eine Taste auslösen soll. Kurzer Tastendruck und Gedrückthalten können dabei unterschiedlich belegt werden.
Die gelb markierte Taste ist beispielsweise zunächst nicht belegt. Ihr könnte ein Formatwechsel zugewiesen werden, während langes Drücken eine andere häufig verwendete Funktion ausführt. Auch Einstellungen für die Darstellung von Untertiteln lassen sich auf einen passenden Befehl legen.
Profile, Presets und weitere Grundfunktionen bieten noch wesentlich mehr Einstellmöglichkeiten. Jede einzelne Option durchzugehen, wäre allerdings wenig hilfreich. Entscheidend ist, welche Quellen, welches Bildgerät und welche Vorlieben in einem konkreten Heimkino zusammenkommen. Bei der Ersteinrichtung gehen wir deshalb auch die Funktionen durch, die im Alltag tatsächlich benötigt werden.
Unser erster Eindruck vom Envy Core
Der Envy Core macht den Einstieg angenehm: Er ist nicht groß, arbeitet im Betrieb leise, liefert nach dem Anschließen direkt ein Bild und bietet ein gut erklärtes Menü. Firmware-Rückkehr, wiederherstellbare Einstellungen und frei belegbare Fernbedienungstasten sorgen vor allem dafür, dass ein komplexes Gerät im täglichen Einsatz leichter zu handhaben ist.
Dieses erste Muster ist noch nicht die reguläre Lieferung. Die ersten Geräte sollen nach und nach eintreffen. Wer den Envy Core mit einem bestimmten Projektor erleben oder Videoprozessoren direkt vergleichen möchte, kann dafür einen Termin in unserer Ausstellung in Kaarst vereinbaren.
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