Alles neu bei ARCAM: Was die neuen AV-Verstärker und die AVP45 wirklich können
ARCAM Radia AV-Serie
Alles neu bei ARCAM: Was die neuen AV-Verstärker und die AVP45 wirklich können
ARCAM ist zurück, und diesmal geht es nicht um ein kleines Facelift. Die neue Generation der AV-Komponenten bringt ein komplett überarbeitetes Bedienkonzept, moderne Streaming- und Einmessfunktionen sowie flexible Lautsprecherkonfigurationen mit. Unser erster Eindruck nach dem ausführlichen Durchchecken: Das sieht verdammt vielversprechend aus.
Key Takeaways
ARCAM bringt drei neue AV-Receiver und die 16-Kanal-Vorstufe AVP45 auf den Markt.
AVA15, AVA25 und AVA35 unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Endstufentechnologien.
Dirac Live, flexible Lautsprecherzuordnung und bis zu vier Subwoofer erweitern die Heimkino-Optionen erheblich.
Das neue Display, die Bluetooth-Fernbedienung und die App verbessern die Bedienung deutlich.
Inhaltsverzeichnis
Marke
ARCAM: Britische HiFi-Geschichte mit Anspruch
ARCAM steht für Amplification and Recording Cambridge. Die Marke hat ihre Wurzeln in Cambridge, wo zwei Studenten einst beschlossen, dass gutes HiFi nicht unbezahlbar sein muss. Sie bauten ihren eigenen kleinen Verstärker, der in der Studentenschaft so gut ankam, dass daraus Schritt für Schritt ein richtiger Hersteller entstand.
Das Unternehmen hat im Lauf der Jahre einige technische Akzente gesetzt. Unter anderem gehörte ARCAM zu den ersten Herstellern, die CD-Laufwerk und D/A-Wandler trennten, um Jitter, also zeitliche Ungenauigkeiten im digitalen Signal, zu minimieren.
Heute gehört ARCAM seit knapp sechs Jahren zum Harman-Konzern. Das kann man zunächst kritisch sehen, doch bei den neuen AV-Geräten fällt vor allem eines auf: Hier hat sich jemand ernsthaft Gedanken über Technik, Bedienung und Heimkino-Praxis gemacht. Die Synergien mit ARCAM sind erkennbar positiv und bringen die ARCAM Produkte auf ein neues Level an Qualität, Zuverlässigkeit und Ausstattung.
Modellübersicht
Die neue ARCAM AV-Familie im Überblick
Die Serie besteht aus drei AV-Receivern beziehungsweise Audio-Video-Amplifiers und einer separaten AV-Vorstufe:
ARCAM AVA15, der Einstieg mit neun Endstufen und digitaler Verstärkertechnik.
ARCAM AVA25, das mittlere Modell mit klassischer Class-AB-Endstufentechnik.
ARCAM AVA35, das größere Modell mit Class-G-Verstärkertechnik.
ARCAM AVP45, eine 16.1 beziehungsweise 16.4 AV-Vorstufe für Systeme mit externen Endstufen.
Allen AVA-Modellen gemeinsam sind neun Endstufen. Beim AVA15 arbeiten diese digital und liefern ungefähr 100 Watt pro Kanal. Der AVA25 setzt auf die klassische Class-AB-Technik. Besonders spannend ist der AVA35 mit Class G.
Was bringt Class G?
Class G verbindet Eigenschaften aus Class A und Class AB. Im normalen Lautstärkebereich arbeitet der Verstärker besonders sauber, klar, präzise und dynamisch. Wenn eine Filmszene oder ein musikalischer Impuls plötzlich ordentlich Leistung verlangt, schaltet die zusätzliche Leistungsreserve praktisch nahtlos dazu.
Keine Sorge: Das passiert nicht mit einem hörbaren Klick oder Knacksen. Der Übergang soll fließend laufen. Was bleibt, ist mehr Dynamik, wenn sie gebraucht wird.
DAB-Radio ist bei den Geräten übrigens nicht vorgesehen. Das dürfte für viele kein Drama sein, denn Internetradio und Streamingdienste lassen sich über die Netzwerkfunktionen nutzen.
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Vorstufe
ARCAM AVP45: Die Vorstufe für große Heimkinos
Die ARCAM AVP45 ist die Lösung für alle, die ihre Lautsprecher über externe Endstufen antreiben möchten. Sie verarbeitet bis zu 16 Kanäle und erlaubt damit Konfigurationen bis 16.1 oder 16.4, abhängig davon, wie die Kanäle auf Hauptlautsprecher, Höhenlautsprecher und Subwoofer verteilt werden.
Die Rückseite bietet die passenden Ausgänge für ein großes Mehrkanal-Setup. Hinzu kommen zwei analoge Eingänge, etwa für einen CD-Spieler oder einen hochwertigen externen Streamer. Gleichzeitig bringt das Gerät eigene Netzwerkfunktionen mit und ist Roon-fähig.

Damit ist die AVP45 nicht nur für das klassische 5.1- oder 7.1-Heimkino gedacht. Sie richtet sich klar an Installationen, in denen mehrere Subwoofer, Front-Wide-Lautsprecher und echte Höhenkanäle eine Rolle spielen.
Design
Neues Design: 6,5-Zoll-Display statt Knopf-Wüste
Schon an der Front wird klar, dass ARCAM etwas verändern wollte. Statt der üblichen Ansammlung kleiner Tasten gibt es ein modernes, aufgeräumtes Konzept mit einem 6,5-Zoll-Display, wenigen Bedienelementen und dem großen Lautstärkeregler samt beleuchtetem Halo-Ring.
Die Helligkeit dieses Rings lässt sich im Menü einstellen. Das ist kein weltbewegendes Feature, aber genau solche Details machen ein Gerät im Alltag angenehmer. Gerade im abgedunkelten Heimkino will man nicht von einer überhellen Front geblendet werden.
Auch die Fernbedienung ist angenehm reduziert. Sie ist nicht mit Funktionen überladen, die man erst nach fünf Tastendrücken versteht. Besonders praktisch: Sie arbeitet per Bluetooth. Man muss also nicht millimetergenau auf den Receiver zielen.
Lautsprecher-Setup
Das neue Lautsprecher-Setup: flexibel bis ins Detail
Beim Einrichten zeigt sich, wie viel Flexibilität in den neuen Geräten steckt. Die Lautsprecherkonfiguration wird grafisch und animiert dargestellt. Das macht die Zuordnung deutlich nachvollziehbarer als in vielen klassischen Receiver-Menüs.
Als Beispiel lässt sich ein 7.4.4-System einstellen:
Sieben Lautsprecher auf der Hauptebene
Vier Subwoofer
Vier Höhenlautsprecher
Bei 16 verfügbaren Kanälen muss natürlich gerechnet werden. Werden neun Lautsprecher auf der unteren Ebene und vier Subwoofer genutzt, bleiben beispielsweise nur zwei Kanäle für die Höhenebene. Reduziert man die Anzahl der Hauptlautsprecher, entsteht wieder Platz für vier Height-Kanäle.
Konfigurierbar sind unter anderem Front, Center, Surround, Surround Back und Front Wide. Für die obere Ebene lassen sich Aufsatzlautsprecher, also Enabled Speaker, oder echte Decken- und Einbaulautsprecher definieren.
Freie Kanalzuweisung und individuelle Trennfrequenzen
Die üblichen Punkte wie Lautsprecherabstände, Pegel und Trennfrequenzen sind selbstverständlich vorhanden. Spannend wird es bei der individuellen Kanalzuordnung. Ausgänge können frei mit Lautsprechersignalen belegt werden. So lässt sich etwa ein Front-Links-Signal auf einen zusätzlichen Ausgang legen, beispielsweise für Beamforming oder andere spezielle Anwendungen.
Diese Art der Flexibilität kennt man sonst eher von sehr ambitionierten Heimkino-Plattformen. Dass sie hier integriert ist, ist ein starkes Zeichen.
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Klang
Tonformate, Upmixer und Klangoptionen
Für den schnellen Wechsel zwischen Stereo und Mehrkanal gibt es eine eigene Taste. Darüber lassen sich verschiedene Wiedergabemodi direkt auswählen:
Native Wiedergabe
Auro-Matic-Upmixer
Dolby Surround
DTS Neural:X
Auro-3D und Auro-2D
Stereo
Auch Bass und Höhen können direkt angepasst werden. Zusätzlich sind pro Eingang individuelle Einstellungen möglich, etwa ein anderer Surround-Modus oder eine stärkere Dynamikkompression für den Abendbetrieb.
Bei Auro-Matic gilt für uns ganz klar: groß macht Spaß. Wenn das Klanggeschehen wirklich um einen herumfliegt, ist das im Heimkino genau der Punkt, an dem es richtig Laune macht.
Einmessung
Dirac Live, Dirac ART und das Thema Einmessung
Die neuen ARCAM-Geräte setzen auf Dirac Live als Raumkorrektur. Das passende Messmikrofon gehört zum Lieferumfang. Dirac ist bei vielen Heimkino-Fans beliebt, weil die Einmessung nicht nur Pegel und Laufzeiten berücksichtigt, sondern auch eine sehr umfangreiche Korrektur des Klangverhaltens im Raum ermöglicht.
Nach aktuellem Stand ist auch Dirac ART für die Geräte vorgesehen. Diese Erweiterung soll die vorhandenen Lautsprecher nutzen, um problematische Raummoden gezielter zu kontrollieren. Gerade bei mehreren Subwoofern und komplexen Setups kann das enorm spannend werden.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Aktuell stehen für Dirac drei Filterspeicherplätze bereit. Für die meisten Installationen dürfte das reichen. Wer allerdings gerne mit verschiedenen Zielkurven, Sitzreihen oder Profilen experimentiert, könnte sich mehr Speicherplätze wünschen. Vielleicht wird hier per Software-Update noch nachgelegt.
Streaming
Streaming, App und Auracast
Die Netzwerkfunktionen sind schnell zur Stelle. Das Gerät wird im Netzwerk direkt erkannt und lässt sich über die ARCAM-App steuern. Darüber sind Eingangsquellen, Lautstärke, Streamingdienste und Internetradios bequem erreichbar.
Im Menü können Eingänge umbenannt, ausgeblendet oder mit individuellen Einstellungen versehen werden. Das ist besonders praktisch, wenn nicht jeder HDMI-Eingang dauerhaft belegt ist oder wenn bestimmte Quellen einen eigenen Klangmodus erhalten sollen.
Neu beziehungsweise sehr interessant ist auch Auracast. Die Bluetooth-Technologie kann ein anliegendes Signal an mehrere kompatible Empfänger übertragen. Damit entfällt die klassische Begrenzung auf eine einzelne Bluetooth-Verbindung.
Anschlüsse
HDMI, mehrere Ausgänge und Zone 2
Für Bildausgabe und Mehrraum-Betrieb stehen drei HDMI-Ausgänge zur Verfügung. Das ist ideal, wenn im Heimkino etwa ein Fernseher und ein Beamer oder Laser TV genutzt werden. Zusätzlich kann eine separate Zone versorgt werden.
Die zweite Zone lässt sich aktivieren und in ihrer maximalen Lautstärke begrenzen. Auch eine feste Lautstärke ist möglich, falls dort ein zusätzlicher Verstärker angeschlossen wird.
Natürlich ist HDMI-CEC ebenfalls an Bord. Damit können, sofern die angeschlossenen Geräte sauber zusammenspielen, Funktionen wie Einschalten, Ausschalten und Lautstärkeregelung über HDMI gesteuert werden.
Bedienung
Allgemeine Einstellungen, Status und Backup
Das Systemmenü wirkt insgesamt auffallend aufgeräumt. Man findet sich schnell zurecht, ohne sich durch verschachtelte Untermenüs kämpfen zu müssen. Neben den Audio- und HDMI-Einstellungen gibt es zahlreiche praktische Optionen:
Maximale Einschaltlautstärke
Eco-Timer und Display-Timer
Netzwerk-Standby oder Eco-Standby
Startlautstärke und Start-Eingang
Mehrere Sprachen im Menü
Automatische Software-Updates oder Updates per USB
Statusübersicht für Signal, Netzwerk und Softwareversion
USB-Backup der kompletten Gerätekonfiguration
Gerade das USB-Backup ist Gold wert. Wer viel eingerichtet, eingemessen und feinjustiert hat, kann seine Konfiguration sichern, Änderungen ausprobieren und bei Bedarf wieder zum funktionierenden Stand zurückkehren.
Fazit
Unser erster Eindruck: endlich ein moderner ARCAM-AV-Auftritt
Die neue ARCAM-Generation macht an vielen Stellen genau das richtig, was man sich bei einem modernen AV-Receiver oder einer Vorstufe wünscht: mehr Übersicht, mehr Flexibilität und eine klarere Bedienung.
Besonders stark sind das neue Display-Konzept, die Bluetooth-Fernbedienung, die flexible Kanalbelegung, die bis zu vier Subwoofer und die Integration von Dirac Live mit der Perspektive auf Dirac ART. Dazu kommen Roon, Streaming, Internetradio, Auracast und die umfangreiche App-Steuerung.
Die Geräte wurden für das dritte Quartal erwartet. Wer sich für AVA15, AVA25, AVA35 oder die AVP45 interessiert, sollte vor dem Kauf unbedingt prüfen, welche Endstufentechnik, Kanalzahl und Lautsprecherkonfiguration zum eigenen Heimkino passen. Gerade bei diesen Geräten steckt viel Potenzial in einer sauberen Planung und Einrichtung.
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Hier klickenFAQ zu den neuen ARCAM AV-Geräten
Was ist der Unterschied zwischen ARCAM AVA15, AVA25 und AVA35?
Alle drei Modelle besitzen neun Endstufen. Der ARCAM AVA15 nutzt digitale Endstufen, der ARCAM AVA 25 Class AB und der ARCAM AVA 35 die leistungsorientierte Class-G-Technik.
Wie viele Lautsprecher kann die ARCAM AVP45 verarbeiten?
Die ARCAM AVP 45 Vorstufe bietet 16 Kanäle und ist für Konfigurationen bis 16.1 beziehungsweise 16.4 ausgelegt, abhängig von der Verteilung auf Lautsprecher und Subwoofer.
Ist Dirac Live bei den neuen ARCAM Geräten integriert?
Ja. Die Geräte verfügen über Dirac Live als Einmessverfahren, und das Messmikrofon gehört zum Lieferumfang. Laut ARCAM lassen sich beide Modellreihen zusätzlich optional auf Dirac Live Bass Control und Dirac Live Active Room Treatment (Dirac ART) erweitern.
Unterstützen die neuen ARCAM Receiver DAB-Radio?
Nein. Statt DAB stehen Netzwerkfunktionen, Internetradio und Streamingdienste zur Verfügung.
Wie viele HDMI-Anschlüsse bieten AVA25 und AVP45?
Laut ARCAM-Datenblatt bieten beide Geräte 7 HDMI-Eingänge und 3 HDMI-Ausgänge (davon 2 für Zone 1 und 1 für Zone 2), HDMI 2.1a/HDCP 2.3 sowie Unterstützung für bis zu 8K/60Hz oder 4K/120Hz, VRR, ALLM und eARC/ARC.
Welche Streamingdienste unterstützen die neuen ARCAM Geräte?
Neben der ARCAM Radia AV Control App werden Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect, Apple AirPlay, Google Cast, Internet Radio, Podcasts und UPnP unterstützt. Beide Geräte sind zudem Roon Ready.
Wie viel Leistung liefert der ARCAM AVA25?
Laut technischem Datenblatt liefert der AVA25 an 8 Ohm (2 Kanäle angesteuert) 120 Watt pro Kanal, an 4 Ohm 160 Watt. Bei Ansteuerung aller 7 Kanäle liegt die Leistung bei 90 Watt (8 Ohm) beziehungsweise 100 Watt (4 Ohm) pro Kanal.
Wie groß und schwer sind AVA25 und AVP45?
Der AVA25 misst rund 432 x 459 x 170 mm und wiegt etwa 21,5 kg. Die AVP45 fällt mit rund 432 x 399 x 170 mm und circa 9,4 kg deutlich kompakter aus, da sie als reine Vorstufe ohne eigene Endstufen auskommt.
Kann die AVP45 mit einer separaten Endstufe kombiniert werden?
Ja. ARCAM empfiehlt für die AVP45 unter anderem die eigene Class-G-Endstufe PA9. Die AVP45 bietet dafür sowohl symmetrische XLR- als auch unsymmetrische RCA-Vorverstärkerausgänge für alle 16 Kanäle.
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