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Ein Raum, der lebt: Sebastians Billard-Kinoraum mit High-End-Sound

 

Heimkino-Projektvorstellung

Traumkino zu Hause: Der Billard-Kinoraum von Sebastian

Ein Raum, der gleichzeitig Heimkino, Billardzimmer und gemütlicher Rückzugsort ist – mit acht 18-Zoll-Subwoofern, motorisch absenkbaren Rear-Surrounds und einem Billardtisch, der jederzeit voll bespielbar bleibt.

MAG Theatron Trinnov WaveForming JVC NZ800 + madVR Envy Core Control4-Steuerung Motorisch absenkbare Surrounds

Ein Heimkino zu planen ist schon spannend genug. Richtig interessant wird es aber dann, wenn der Raum nicht nur Kino sein soll, sondern gleichzeitig Billardzimmer, Partyraum und gemütlicher Rückzugsort. Genau das war hier die Aufgabe für unseren Partner Holger Franz von HEIMKNOBAU.de.

Der Raum misst gut neun Meter in der Länge, etwa 4,50 Meter in der Breite und 2,45 Meter in der Höhe. Klingt auf den ersten Blick nach viel Platz. In der Praxis wurde es trotzdem anspruchsvoll, denn ein Neun-Fuß-Billardtisch braucht nicht nur Stellfläche, sondern rundherum genug Bewegungsfreiheit für das Queue.

Das Ergebnis zeigt sehr schön, dass man kein kompromisslos schwarzes Loch bauen muss, um auf höchstem Niveau Filmton und Bild zu genießen.

 

Die zentrale Herausforderung

Heimkino und Billard unter einen Hut bringen

Ein Billardtisch ist bei so einem Projekt kein kleines Detail, sondern das dominierende Möbelstück im Raum. Entscheidend war deshalb, dass man an allen Seiten mit dem Queue sauber arbeiten kann. Auch dann, wenn die Kugel direkt an der Bande liegt, muss noch ausreichend Platz zum Ausholen da sein.

Das hatte direkte Auswirkungen auf die komplette Kinoplanung. Eine größere Leinwand hätte beispielsweise bedeutet, die Sitzposition weiter nach hinten zu verschieben – was wiederum zu Konflikten mit dem Billardtisch geführt hätte.

Billardtisch

Neun-Fuß-Tisch, rundum frei bespielbar – auch bei Bande. Diese Anforderung bestimmte das gesamte Raumkonzept.

Sitzabstand

Leinwandgröße und Sitzposition mussten so gewählt werden, dass zwischen Sofa und Billardtisch ausreichend Bewegungsfreiheit bleibt.

Lautsprecherplatzierung

Klassische feste Montagen an der Rückwand kamen wegen des Spielbetriebs nicht in Frage – die Lösung musste flexibel sein.

Raumgestaltung

Der Raum sollte kein schwarzer Bunker werden

Viele Heimkinos sind konsequent auf maximale Lichtschluckung ausgelegt. Das ist technisch nachvollziehbar, aber nicht jeder möchte dauerhaft in einer dunklen Höhle sitzen. Hier war der Wunsch klar: Der Raum sollte warm, wohnlich und einladend wirken.

Deshalb wurde die Gestaltung bewusst schlicht und gemütlich gehalten. LED-Stripes setzen die Seitenwände dezent in Szene, ohne optisch zu überladen. Holzelemente lockern die Technikoptik auf und sorgen dafür, dass der Raum auch außerhalb des Filmbetriebs angenehm wirkt.

Dazu kommen liebevolle Details wie beleuchtete Lego-Modelle – auf einer Seite kleinere Highlights und Figuren, auf der anderen größere Modelle, darunter bekannte Motive aus Star Wars und die Titanic. Solche Elemente machen aus einem Technikraum einen persönlichen Lieblingsort.

Bildgröße & Sitzabstand

Die Leinwand: 3,20 Meter Breite, stimmige Relation

Verbaut wurde eine akustisch transparente, maskierbare Xodiac-Leinwand mit einer Bildbreite von 3,20 Metern. Der Sitzabstand beträgt ebenfalls 3,20 Meter – eine sehr stimmige Relation, die für ein kinotypisch großes Bild sorgt, ohne dass der Raum überladen wirkt.

Natürlich wäre theoretisch noch etwas mehr Bildgröße möglich gewesen. Praktisch hätte das aber neue Probleme geschaffen, weil dann die Sitzreihe weiter nach hinten gemusst hätte.

Warum akustisch transparent?

Die Xodiac-Leinwand lässt Schall durch den Stoff passieren. Das erlaubt es, die Center- und Frontlautsprecher direkt hinter der Leinwand zu platzieren – so kommt der Ton exakt aus der Bildmitte, wie im echten Kino.

Lautsprecher-Setup

Echter Kinoton mit MAG Theatron

Beim Ton war der Anspruch eindeutig: dynamischer, druckvoller und immersiver Kinosound. Deshalb fiel die Wahl auf Lautsprecher von MAG Theatron.

Front

M12 links, Center und rechts – hinter der akustisch transparenten Leinwand platziert.

Seiten & Hinten

S6 Surround-Lautsprecher seitlich und rückwärtig – die Rear-Surrounds motorisch absenkbar.

Decke

Fünf CS44 Deckenlautsprecher für die räumliche Klangkuppel – das Herzstück des immersiven Klangs.

Gerade die fünf Deckenlautsprecher sorgen dafür, dass sich das Klangbild nicht einfach nur links, rechts und hinten abspielt, sondern als geschlossener Raum über den Hörplatz hinweg aufspannt. Das ist genau der Effekt, der moderne immersive Tonformate so faszinierend macht.

Clevere Lösung

Rear-Surrounds, die motorisch in Position fahren

Eine klassische feste Montage an der Rückwand wäre akustisch nicht ideal gewesen und hätte beim Billardspielen im Weg gehangen. Die Lösung ist so einfach wie genial: Die Rear-Surrounds fahren bei Bedarf motorisiert in Position.

Die Lautsprecher hängen an Seilzügen und werden über Aktoren von Shelly sowie die Control4-Steuerung bewegt. Auf Knopfdruck fahren sie leise herunter und bringen sich exakt in die richtige Hörposition.

Im Kinobetrieb: Lautsprecher fahren herunter – akustisch korrekte Platzierung.

Im Alltag: Lautsprecher verschwinden nach oben – maximale Bewegungsfreiheit.

Steuerung: Per Control4 oder direkt über normale Wandschalter – ein Tastendruck genügt.

Basskonzept

Acht 18-Zoll-Subwoofer und Trinnov WaveForming

Beim Bass wurde nicht gekleckert. Im Raum arbeiten acht 18-Zoll-Subwoofer von Dayton Audio, verteilt auf Front und Rückwand in maßgefertigten Gehäusen. Hinten wurden die Subwoofer in spezielle Einbauten integriert, zwischen denen eine rund 35 Zentimeter tiefe Freifläche bleibt – damit man auf Tischhöhe mit dem Queue noch vernünftig arbeiten kann.

Angesteuert und eingemessen wird das Ganze von einer Trinnov Altitude 16, erweitert über zwei DACs auf insgesamt 20 Kanäle. Das Herzstück im Tieftonbereich ist dabei WaveForming.

Was macht WaveForming?

WaveForming sorgt dafür, dass die vielen Subwoofer nicht einfach nur gemeinsam laut spielen, sondern als abgestimmtes System arbeiten. Ziel ist ein gleichmäßiger, kontrollierter und gleichzeitig enorm druckvoller Bass im Hörbereich. Jeder Subwoofer erhält dabei seinen eigenen Endstufenkanal – eine wichtige Grundlage für die präzise Funktion.

Der Bass ist nicht einfach nur kräftig. Er wirkt strukturiert, schnell und körperlich spürbar. Wer explosionsreiche Filmszenen oder dynamische Waffeneffekte mag, bekommt hier genau das, was ein großes Heimkino liefern soll: Energie, Präzision und Spaß.

Bildtechnik

JVC NZ800 und madVR Envy Core

Für das Bild ist ein JVC NZ800 zuständig, unterstützt von einem madVR Envy Core. Der Videoprozessor arbeitet mit einer eigens erstellten 3D-LUT – einer individuellen Farbkalibrierung, die das Zusammenspiel von Projektor und Leinwand optimiert.

Das ist kein Zubehör, das man nur aus Prestigegründen einsetzt. Gerade in hochwertigen Projektor-Installationen kann ein sauber abgestimmter Videoprozessor sichtbar dazu beitragen, dass Farben, Kontraste und Durchzeichnung auf einem sehr hohen Niveau landen.

Steuerung & Bedienung

Komfortabel und alltagstauglich: Control4

Ein Raum mit so viel Technik muss sich trotzdem unkompliziert bedienen lassen. Genau dafür ist Control4 im Einsatz – verbaut wurden eine Core 1 als Zentrale und die SR-260 Fernbedienung.

Darüber lässt sich das Heimkino automatisiert steuern. Doch es geht noch praktischer: Wichtige Funktionen sind zusätzlich über ganz normale Wandschalter abrufbar – für Fensterrollo, Lautsprecher und Kinosequenz.

Fernbedienung

SR-260 mit Control4 Core 1 – vollautomatische Szenen per Tastendruck.

Wandschalter

Direkte Bedienung von Rollo, absenkbaren Lautsprechern und weiteren Funktionen ohne Menü.

Automatisierung

Ein Tastendruck – und der Raum verwandelt sich Schritt für Schritt vom Aufenthaltsbereich in ein vollwertiges Kino.

Technik-Rack

Elegant im Raum untergebracht

Neben der Tür befindet sich ein Kamin, der weiterhin zugänglich bleiben musste. Deshalb wurde eine Stoffrahmen-Lösung gewählt, bei der sich der Bereich vor dem Kamin bei Bedarf einfach öffnen lässt. Der Platz daneben eignete sich ideal für das Server-Rack.

Videoprozessor & Quellen

madVR Envy Core, Plattenspieler, Panasonic Blu-ray-Player sowie netzwerkfähige Stromaufbereitung und Schalttechnik.

Trinnov

Trinnov Altitude 16 mit Erweiterung auf 20 Kanäle sowie Trinnov Amplitude 16 als Mehrkanal-Endstufe.

Subwoofer-Endstufen

Vier Dynacord-Endstufen für die acht Subwoofer – jeder Subwoofer erhält seinen eigenen Kanal als Grundlage für WaveForming.

Silent-Umbau bei den Endstufen: ein oft unterschätzter Punkt

Wenn die Elektronik im selben Raum steht wie die Sitzplätze, fallen störende Lüftergeräusche sofort auf. Hier ist von den Endstufen praktisch nichts zu hören. Im Betrieb bleibt akustisch nur das wahrnehmbar, was tatsächlich unvermeidbar ist – zum Beispiel der bereits laufende Projektor.

Gerade in leisen Filmszenen oder bei Musikbetrieb macht das einen enormen Unterschied.

Konzept

Warum dieses Kino trotz hellerem Raumkonzept so gut funktioniert

Natürlich kann man argumentieren, dass ein komplett schwarzer Raum in Sachen Restlicht und Reflexionen das technisch letzte Quäntchen Performance herausholt. Das stimmt in vielen Fällen auch. Aber Heimkino ist nicht nur Messwert, sondern Lebensqualität.

Dieses Projekt zeigt wunderbar, dass ein Raum auch dann hervorragend funktionieren kann, wenn er nicht wie ein Tonstudio aussieht. Wichtig ist, dass das Gesamtkonzept stimmig ist – und hier passt alles zusammen:

Moderate, aber wirkungsvolle Beleuchtung

Wohnliche Materialwahl mit Holzelementen

Durchdachte Platzierung der gesamten Technik

Flexibles Lautsprecherkonzept mit motorischen Elementen

Kraftvolle und sauber eingemessene Basslösung

Perfekte Verbindung aus Kino und Freizeitraum

In der Praxis

Der Höreindruck: Druck, Dynamik und echte Immersion

Das Zusammenspiel aus Mac-Theatron-Lautsprechern, Trinnov-Einmessung und acht 18-Zöllern liefert einen Ton, der sofort mitreißt. Besonders auffällig ist die Mischung aus Dynamik und Kontrolle. Effekte haben Gewicht, Einschläge kommen mit Wucht, und trotzdem bleibt das Ganze differenziert.

Der Bass drückt nicht einfach nur, sondern unterstützt die Dramaturgie. Dazu kommt die räumliche Umhüllung durch das immersive Lautsprecherlayout: Der Raum öffnet sich klanglich weit über die Leinwand hinaus.

Das Ergebnis ist ein sehr dichtes, glaubwürdiges Mittendrin-Gefühl. Genau das macht großes Kino aus.

Vielseitigkeit

Ein Raum, der mehr kann als nur Film

Was dieses Projekt besonders stark macht, ist seine Vielseitigkeit. Es handelt sich nicht um ein Heimkino, das nur für die perfekte Filmsitzung gebaut wurde und den Rest der Zeit ungenutzt bleibt. Es ist ein Raum, den man wirklich gerne verwendet.

Man kann hier Billard spielen, sich mit Freunden treffen, den Tisch abdecken und Gesellschaftsspiele spielen oder einfach entspannt zusammensitzen. Und wenn Filmzeit ist, verwandelt sich derselbe Raum in ein High-End-Kino mit großem Bild, massivem Bass und echter Kinoatmosphäre.

Fazit

Maßgeschneidertes Heimkino mit Charakter

Der Billard-Kinoraum von Sebastian ist ein perfektes Beispiel dafür, wie stark ein Heimkino wird, wenn es nicht nach Schema F geplant wird. Statt starrer Standardlösungen stand von Anfang an die Frage im Mittelpunkt, wie der Raum tatsächlich gelebt werden soll.

3,20 m breite akustisch transparente Xodiac-Leinwand

JVC NZ800 mit madVR Envy Core und 3D-LUT-Kalibrierung

Mac-Theatron-Lautsprecher rundum, fünf CS44 an der Decke

Acht 18-Zoll-Subwoofer mit Trinnov Altitude 16 und WaveForming

Motorisch absenkbare Rear-Surrounds per Control4 und Wandschalter

Voll nutzbarer Neun-Fuß-Billardtisch im selben Raum

Genau so entsteht ein echtes Traumkino zu Hause: technisch anspruchsvoll, individuell geplant und perfekt auf den Alltag abgestimmt.

Über den Autor

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Holger Franz

Geschäftsführer der Heimkinobau GmbH

Holger Franz ist seit über 15 Jahren auf die Planung, den Bau und die akustische Optimierung hochwertiger Heimkinos spezialisiert. Nach vielen Jahren als selbständiger Unternehmer gründete er gemeinsam mit Patrick Schappert die Heimkinobau GmbH und begleitet heute Projekte in Deutschland, Österreich, den Benelux-Ländern sowie auf Anfrage auch in weiteren EU-Staaten.

Mit über 680 realisierten Heimkinos und mehr als 2.000 durchgeführten Einmessungen von Heimkinos und Wohnräumen zählt Holger Franz zu den erfahrensten Praktikern der Branche. Sein Schwerpunkt liegt auf Raumakustik, Lautsprecherintegration, Einmessung und der Entwicklung ganzheitlicher Heimkino-Konzepte.

Von der ersten Beratung über die technische Planung bis zur finalen Einmessung ist er in jedes Projekt persönlich eingebunden. Gemeinsam mit seinem Team und in enger Zusammenarbeit mit GROBI.TV entstehen individuelle Heimkinolösungen, die technische Präzision, akustische Performance und wohnraumgerechtes Design miteinander verbinden.

Zu den Referenzen gehören Projekte in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg sowie internationale Installationen, beispielsweise auf Mallorca. Die Bandbreite reicht dabei vom kompakten Wohnraumkino bis hin zu High-End-Privatkinos mit professioneller Bild- und Tontechnik.

Über 680 realisierte Heimkinos und mehr als 2.000 Einmessungen – in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und international.

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